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31.08.2020 Carsten Kaletta

Steinhoff: Das ersehnte Wunder ist nicht in Sicht

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Steinhoff

Steinhoff spielt gleichsam in einer Liga wie Wirecard. Auch dem Möbelkonzern, der eine Zeit lang mit dem Möbelhandelsriesen XXXLutz zusammenarbeitete, waren 2017 Unregelmäßigkeiten in der Bilanz zum Verhängnis geworden. Die Steinhoff-Aktie, die Mitte 2016 noch bei mehr als sechs Euro notierte, pendelt seit geraumer Zeit mit beeindruckender Konstanz um die 5-Cent-Marke. Dass investierte Anleger bis zuletzt auf eine Art Wiederauferstehung hoffen, liegt in der Natur des Menschen. Doch ein solches Wunder ist nicht in Sicht.

Die zwei entscheidenden Probleme bei Steinhoff: Zum einen gibt es keine genaueren Angaben zur Ergebnisentwicklung des schwer angeschlagenen Unternehmens. Der Konzern hatte am Freitag Neun-Monats-Zahlen gemeldet. Und zum anderen ist auch eine große Lösung bei den Rechtsstreitigkeiten von Steinhoff nicht in Sicht. Die Forderungen von Aktionären und anderen ehemaligen Vertragspartnern belaufen sich auf mehr als sieben Milliarden Euro. Steinhoff hat der Gegenseite insgesamt 850 Millionen Euro geboten – in bar und in Aktien der afrikanischen Tochter Pepkor.

Dieser Vergleichsvorschlag bedarf der Zustimmung von Gläubigern, Regulierungsbehörden und Klagevertretern. Und genau diese steht noch aus. Ein solcher umfassender Vergleich könnte der Aktie zu einem (größeren) Kurssprung im Centbereich verhelfen.


Steinhoff (WKN: A14XB9)

DER AKTIONÄR rät seit Jahren dazu, die Steinhoff-Aktie zu meiden. In dieser Zeit ist der Kurs ohne bemerkenswerte Gegenbewegungen in Richtung der Null-Euro-Marke geplumpst. Die aktuellen Zahlen passen ins negative Bild, da konkrete Details über eine angebliche Besserung beim Möbelhändler de facto fehlen. Die Klageforderungen der geschädigten Aktionäre und ehemaligen Geschäftspartner schweben zudem wie ein Damoklesschwert über dem Titel.  Anleger lassen die Aktie auf jeden Fall links liegen. Kein Kauf!

(Mit Material von dpa-AFX)