22.12.2019 Martin Mrowka

So stehen die kurzfristigen Chancen für neue DAX-Rekorde

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DAX
Trendthema

Die neue Woche hat nur zwei Tage, an denen sich die Aktienkurse bewegen können. Bis zum Jahresende sind es insgesamt noch drei. Großartige Unternehmens-News werden nicht erwartet, auch an der Konjunkturdaten-Front bleibt es ruhig. Vieles wird vom Überraschungsgrad politischer Nachrichten abhängen, ob der DAX weiter seitwärts plätschert oder doch noch neue Jahresrekorde erreicht werden. Ein Wochenausblick. Manch Optimist erwartet sogar, dass der DAX sein bisheriges Rekordhoch vom Januar 2018 überwindet.

Am "Hexensabbat-Freitag" schloss der DAX <DE0008469008> bei 13.318 Punkten und erzielte somit in der Vorweihnachtswoche ein Plus von 0,3 Prozent. Bis zum alten Rekordhoch bei 13.596 Punkten fehlen nur noch rund zwei Prozent. Am vergangenen Montag war der deutsche Leitindex im Tagesverlauf schon mal bis auf 13.425 Punkte geklettert. Laut Optimisten an der Börse dürfte der DAX eher früher als später sein bisheriges Rekordhoch vom Januar 2018 überwinden.

Keine spannenden Ereignisse?

Der MDAX <DE0008467416> hat das bereits geschafft und am Freitag ein weiteres Rekordhoch markiert. Letztlich stieg das Barometer der mittelgroßen Unternehmen auf 28.441 Zähler, was auf Wochensicht einem Plus von 2,4 Prozent entspricht.

Experten rechnen zur Weihnachtszeit und auch zwischen den Jahren nicht mit sonderlich spannenden Ereignissen, zudem ist die Frankfurter Börse in der Weihnachtswoche nur am Montag und am Freitag geöffnet.

DAX (WKN: 846900)

Der Handelsstreit zwischen den USA und China hat nach der grundsätzlichen Einigung auf ein erstes Teilabkommen vorerst an Brisanz verloren. "Das war das lang erhoffte Signal zur Entspannung", sagt Analyst Patrick Franke von der Landesbank Helaba. Die Unterzeichnung im Januar dürfte nur noch eine Formsache sein.

Briten-Parlament segnet Brexit-Abkommen ab

Mit Blick auf den Brexit ist zudem bereits bekannt, dass der britische Premierminister Boris Johnson einen No-Deal-Austritt seines Landes aus der Europäischen Union am 31. Januar 2020 nicht ausschließt. Diese Nachricht hatte der DAX bereits in der Vorweihnachtswoche mit leichten Verlusten quittiert.

Am Freitag hat das britische Parlament für das Brexit-Abkommen von Johnson gestimmt. Der Entwurf für das entsprechende Ratifizierungsgesetz wurde von der neuen Regierungsmehrheit der Konservativen in zweiter Lesung angenommen. Großbritannien ist damit einem EU-Austritt am 31. Januar einen großen Schritt näher gekommen.

Daten sind Mangelware

Von Unternehmensseite wird angesichts der Weihnachtsfeiertage und Ferienzeit bis Jahresende ebenfalls nichts erwartet. Wirtschaftsdaten sind zugleich dünn gesät und kommen vor allem aus den USA. Schließlich öffnet dort nach einem verkürzten Handel am Heiligabend die Börse bereits am 26. Dezember wieder ganz normal.

Auch am Silvestertag sind die Aktienmärkte in den Vereinigten Staaten Vollzeit geöffnet, während in Europa einige Börsen wie hierzulande geschlossen sind und andere eine verkürzte Handelsmöglichkeit anbieten. An Neujahr hingegen wird weder in Europa noch in den USA gehandelt.

Bei geringen Umsätzen durchaus größere Ausschläge möglich

Die deutsche Agenda der Konjunkturdaten ist "sehr überschaubar", wie Helaba-Analyst Franke sagt. Angekündigt sind lediglich für Montag Importdaten des Monats November. Aus den USA könnte dagegen - neben mehr oder weniger interessanten Immobiliendaten und den an Heiligabend anstehenden Auftragseingängen für langlebige Wirtschaftsgüter - vor allem das Verbrauchervertrauen von Interesse sein. Die Dezemberdaten werden vom Forschungsinstitut Conference Board aber erst an Silvester bekannt gegeben.

"Alles in allem wird im alten Jahr wohl nicht mehr viel passieren", erwartet denn auch Analyst Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg. "Da die Börsenumsätze zugleich aber gering sein werden, kann es im Fall unerwarteter Nachrichten durchaus zu stärkeren Ausschlägen nach oben oder unten kommen", sagt er. "Ein Rekordhoch im DAX ist somit durchaus möglich." (Mit Material von dpa-AFX)

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