09.10.2018 Maximilian Völkl

Siemens: Hier gibt es Geld geschenkt

-%
Siemens
Trendthema

Anleger machen derzeit einen Bogen um die Siemens-Aktie. Seit Wochen befindet sich der DAX-Titel auf dem Weg nach unten. Doch auch wenn Industriekonglomerate aktuell an der Börse nicht gerade gefragt sind, zeigt ein detaillierter Blick auf die Bewertung, dass die Aktie nun sehr günstig zu haben ist.

DER AKTIONÄR hat sich die einzelnen Sparten deshalb genauer angeschaut und ihren Wert berechnet. Einfach ist dies bei den drei strategischen Beteiligungen. Hier muss lediglich die Marktkapitalisierung an der Börse mit dem Anteil von Siemens multipliziert werden. Healthineers ist demnach etwa 30 Milliarden Euro wert, Gamesa kommt auf rund vier Milliarden Euro und Alstom – vorausgesetzt, die Kartellbehörden genehmigen die Fusion - bringt 4,5 Milliarden Euro auf die Waage.

Deutliche Unterbewertung

Addiert kommen die drei Beteiligungen damit bereits auf 38,5 Milliarden Euro. Hinzu kommt das Aushängeschild Digital Industries – hier werden Digitale Fabrik und Prozessindustrie zusammengelegt –, deren Wert im Branchenvergleich auf 50 Milliarden Euro taxiert werden kann. Rechnet man die weiteren Minderheitsbeteiligungen für rund acht Milliarden Euro hinzu und zieht die Nettoschulden von 15 Milliarden Euro ab, bleibt ein Wert von 81,5 Milliarden Euro.

Aktuell kommt Siemens insgesamt auf eine Marktkapitalisierung von 89 Milliarden Euro. Die fehlenden acht Milliarden Euro dürften alleine durch die kriselnde Energiesparte abgedeckt werden. Das bedeutet: Die Intelligente Infrastruktur mit den zukunftsträchtigen intelligenten Netzen und vernetzten Gebäuden gibt es praktisch umsonst. 20 Milliarden Euro sollte das Geschäft jedoch durchaus wert sein. Geschenktes Geld, das durch den Konglomeratsabschlag alleine nicht begründet werden kann.

Abwarten

Die Bewertung ist attraktiv. Zudem hat sich Siemens für die Industrie der Zukunft gut positioniert. Dennoch rät DER AKTIONÄR aktuell von einem Neueinstieg ab, da sich das Chartbild zuletzt deutlich eingetrübt hat. Im schwachen Marktumfeld sind Industriekonglomerate derzeit nicht gefragt. Erst über der Marke von 108,50 Euro denken Anleger wieder über Käufe nach.