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21.08.2020 Maximilian Völkl

Siemens: Ein überraschender Schritt

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Siemens

Der langjährige Siemens-Chef Joe Kaeser hat dem Konzern einen tiefgreifenden Umbau verordnet. Die Töchter Siemens Gamesa und Siemens Healthineers sind bereits börsennotiert, Siemens Energy steht ebenfalls vor diesem Schritt. Siemens selbst wurde mehr und mehr zur Holding umgebaut. Doch der künftige Konzernchef Roland Busch will wohl wieder von diesem Kurs abkehren.

Kaeser hatte die Sparten von Siemens in operative und strategische Unternehmen untergliedert. Busch will diese ab 1. Oktober – dann übernimmt er sämtliche CEO-Funktionen von Kaeser, auch wenn der Titel des CEO erst im Februar 2021 übergehen soll – jedoch wieder als „Businesses“ bezeichnen, berichtet das Manager Magazin. Nachdem unter Kaeser die Verantwortung weg von der Zentrale in die einzelnen Geschäfte verlegt wurde, bedeutet das nun wieder eine Abkehr von der Holding-Struktur und eine Rückbesinnung auf die gemeinsamen Stärken und Werte von Siemens.

Ebenfalls abgeschafft werden soll die zweistufige Länderorganisation mit „Lead Countries“ und diesen zugeordneten Ländern. Künftig sollen die Länder direkt an die Vorstände berichten. Auch die Aufgabenverteilung der Vorstände wird leicht abgeändert. Busch selbst behält die Zuständigkeit für Mobility, Strategie und Technologie. Finanzchef Ralf Thomas, der künftige Industrievorstand Cedric Neike und die künftige Personalchefin Judith Wiese bekommen derweil mehr Bereiche zugeordnet.

Siemens (WKN: 723610)

Busch verleiht Siemens seine eigene Handschrift. Komplett zurückdrehen wird er die Zeit zwar nicht. Mit der Siemens-Energy-Abspaltung dürfte Kaesers großer Umbau aber zunächst abgeschlossen sein – lediglich die Portfolio Companies wie etwa Flender stehen weiter zur Disposition. Siemens ist mit der neuen fokussierteren Aufstellung aber auf dem richtigen Weg. Anleger lassen die Gewinne laufen.