14.02.2019 Matthias J. Kapfer

Siemens: Das könnte die Rettung sein

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Trendthema

Schwächelnde Zahlen sowie das Aus für die Zugfusion mit Alstom sorgten beim Münchner Industriekonzern Siemens für Turbulenzen. An der Börse mussten die Anleger zusehen, wie der Aktienkurs ein neues Mehrjahrestief generierte. Nach diesen Ereignissen lohnt sich deshalb ein Blick auf die fundamentalen Daten der Sparte Digital Factoy – dem Hoffnungsträger des Konzerns.

Ertragsperle des Konzerns

Die Digital Factory gilt als Ertragsperle von Siemens. Mit ihren Services rund um die Vernetzung von Hard- und Sofwareprodukten bieten die Münchner ihren Kunden eine nahtlose datentechnische Verbindung zwischen Entwicklung, Produktion und Lieferanten. Und das mit gehörigem Erfolg — wie die letzten Quartalszahlen beweisen.

Im vergangenen ersten Quartal konnte das Geschäft der Sparte um sechs Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zulegen. Das EBITDA stieg ebenfalls um sechs Prozent auf 646 Millionen Euro mit einer beachtlichen Marge von 20,0 Prozent. Negativ fiel hingegen nur der Auftragseingang mit einem Rückgang von vier Prozent aus.

„Das Team beweist von Quartal zu Quartal die überlegene Stärke der Kombination aus umfassendem Softwareangebot und führender Automatisierungskompetenz. Der Auftragseingang war im Vergleich zum Vorjahr rückläufig, vor allem aufgrund der schwierigen Situation im Softwaregeschäft […]“, begründete Finanzvorstand Ralf Thomas.

Auffallend ist die immer noch hohe Wachstumsdynamik der Sparte in China. Im ersten Quartal war es dem Münchner Konzern möglich, ein Wachstum von über 20 Prozent im Reich der Mitte zu generieren. Das führt auch unter anderem zu einer positiven Erwartungshaltung für die kommenden beiden Quartale, wie Thomas nach den Zahlen verkündigte.

Für das Gesamtjahr 2019 werden von Analysten rund 13,9 Milliarden Euro an Umsatz erwartet. Die Marge wird bei circa 20 Prozent erwartet – was die Digital Factory in Sachen EBITDA-Marge zum absoluten Spitzenreiter von allen Segmenten des Konzerns macht.

Abwarten

Siemens ist für die Zukunft gut aufgestellt und dürfte langfristig mithilfe der Digital Factory überzeugen. Der Umbau durch Konzernlenker Joe Kaeser nimmt Gestalt an, bleibt aber kosten- und zeitintesiv. Und auch bei der schwächelnde Kraftwerkssparte gibt es kaum Lichtblicke, denn die Nachfrage nach großen Gaskraftwerken lässt zu wünschen übrig. Aktuell fehlen die Impulse für einen Neueinstieg. Anleger bleiben vorerst an der Seitenlinie.