Das Jahr 2026 bleibt für Rüstungsaktien schwierig. Nach Jahren steigender Kurse stecken Rheinmetall, Renk und Hensoldt nach wie vor in der ausgeprägten Konsolidierung fest. Auch der Erholungsversuch vom Dienstag wird am heutigen Mittwoch schnell wieder abverkauft. Für die derzeitige Kursschwäche gibt es aber auch Gründe.
Zuletzt hatten neue Andeutungen hinsichtlich einer Annäherung zwischen Russland und den USA in Hinblick auf den Ukraine-Krieg die Rüstungsaktien belastet. Dass die Branche stark politisch getrieben ist, ist nicht neu. Selbst ein lang ersehnter Frieden in der Ukraine würde am neuen Bewusstsein für Verteidigung und Sicherheit in Europa aber wohl nichts ändern. Die Bedrohungslage durch Russland ist reell und wird in der Ukraine wohl nicht stoppen. Die Aufrüstung und Modernisierung der Armeen wird deshalb nicht enden.
Was die Investitionen in die Rüstungsbranche aber tatsächlich bremsen könnte, wären innenpolitische Veränderungen. Der deutliche Sieg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt ist deshalb ein echter Belastungsfaktor. Dies berge „längerfristig politische Risiken für die deutschen Verteidigungsausgaben“, sagt auch Analyst Jens-Peter Rieck von mwb Research. Auf Bundesebene kommt die Partei derzeit auf rund 28 Prozent. Steigt der Einfluss der AfD, könnte dies für einen weiteren Abverkauf bei Rheinmetall, Renk und Co sorgen.
Hintergrund: Die AfD steht zwar für eine Aufrüstung der Bundeswehr ein. Die Ukraine-Hilfen lehnt sie aber ab. Sanktionen gegen Russland sollen gelockert werden und auch gegen das Sondervermögen für die Bundeswehr hatte die Partei gestimmt.
Ein ohnehin schwieriges Börsenjahr für Rheinmetall und Co wird durch den Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt noch einmal problematischer. Kurzfristig sollte es allerdings keine Auswirkungen auf das Geschäft geben. Es bleibt deshalb dabei: Wer investiert ist, kann angesichts des günstigen Bewertungsniveaus investiert bleiben. Neueinsteiger sollten aber klare Impulse abwarten.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Rheinmetall.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Renk.
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