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Rheinmetall nach der Korrektur: Aktie mit Stabilisierungsversuch

Rheinmetall nach der Korrektur: Aktie mit Stabilisierungsversuch
Foto: pa/ dpa/ Rubert Oberhäuser
Rheinmetall AG -%
Marion Schlegel Heute, 08:09 Marion Schlegel

Nach der kräftigen Korrektur insbesondere in den vergangenen Tagen kann sich die Aktie von Rheinmetall zur Wochenmitte stabilisieren. Im frühen Handel auf Tradegate geht es knapp drei Prozent nach oben. Zuletzt belastete insbesondere eine Abstufung durch JPMorgan, andere Analysten nutzen das tiefere Niveau hingegen, um zum Einstieg zu raten.

Derweil gibt Rheinmetall weiter Gas. Deutschlands größter Rüstungskonzern ist zuletzt auch in die Produktion von Kamikaze-Drohnen eingestiegen. Konzernchef Armin Papperger kündigte auf der Online-Hauptversammlung am Dienstag an, dass am Standort Neuss nun die Serienfertigung eines neuen Drohnensystems startet. Produziert wird dort künftig die sogenannte FV-014 – eine sogenannte „Loitering Munition“, die Aufklärung und Angriff kombiniert.

Rheinmetall (WKN: 703000)

Die Drohne kann laut Unternehmensangaben bis zu 70 Minuten in der Luft bleiben, Ziele beobachten und anschließend gezielt angreifen. Ihre Reichweite liegt bei bis zu 100 Kilometern. Ausgestattet ist das System mit einem rund vier Kilogramm schweren Gefechtskopf inklusive Zünder. Eine Wiederverwendung ist nicht vorgesehen: Wird kein Ziel identifiziert, soll das Fluggerät kontrolliert abstürzen.

Bislang lief die Produktion bereits in Braunschweig. Nun wird die Fertigung nach Neuss ausgeweitet. Dort hatte Rheinmetall früher Komponenten für die Autoindustrie hergestellt. Nach dem Rückzug aus dem schwächelnden Zuliefergeschäft wird das Werk künftig auf Rüstungsgüter ausgerichtet.

Zusätzlichen Rückenwind erhält das Projekt durch einen Großauftrag der Bundeswehr: Diese hat die Flugkörper bereits für rund 300 Millionen Euro bestellt. Ein bestehender Rahmenvertrag eröffnet zudem weiteres Potenzial für Folgeaufträge. Die ersten Auslieferungen sollen im kommenden Jahr beginnen.

Charttechnisch ist die Aktie von Rheinmetall weiter angeschlagen, das Papier arbeitet aber an einer Stabilisierung. Der Start in den Mittwoch fällt mit einem Plus von knapp drei Prozent trotz des Dividendenabschlags von 11,50 Euro je Aktie in jedem Fall positiv aus. Volle Auftragsbücher und die hohe Auslastung stimmen langfristig weiter optimistisch. Vorerst ist jedoch weiter Geduld gefragt. Anleger sichern ihre Gewinne mit einem Stopp bei 1.100 Euro nach unten ab.

Hinweis auf Interessenkonflikte:
Aktien der Rheinmetall befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.

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