Rheinmetall: Es bleibt kompliziert

Rheinmetall: Es bleibt kompliziert
Foto: Sebastian Gollnow/picture alliance/dpa
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Maximilian Völkl 08.07.2024, 08:45 Maximilian Völkl

Nach der Erholung im Wochenverlauf hat die Rheinmetall-Aktie am vergangenen Freitag noch einmal stärker korrigiert. Dabei wurde auch die 500-Euro-Marke erneut unterschritten, das charttechnische Bild hat sich nach wie vor nicht nachhaltig aufgehellt. Dabei sind die Aussichten für den Rüstungskonzern unverändert gut.

So will Rheinmetall die Produktionskapazitäten in der Ukraine massiv erweitern und die Präsenz an der NATO-Ostflanke ausbauen. Damit werde der Konzern zum „wichtigsten rüstungsindustriellen Partner der Ukraine“, so CEO Armin Papperger zu Ippen-Media. Die bereits erhöhten Kapazitäten sollen „bei der Artillerie zum Beispiel von 70.000 Schuss vor dem Ukraine-Krieg auf 700.000 Schuss bis Ende des Jahres“ weiter erhöht werden. Bei militärische Lkws seien sie ebenfalls „um ein Vielfaches gesteigert“ worden.

Um die Aktivitäten im Osten zu stärken, plant Rheinmetall neben Zukäufen in Rumänien auch neue Werke in Litauen. „Mit der Wirtschaftsministerin Litauens haben wir erst kürzlich eine Vereinbarung zum Bau eines Munitionswerks im Land unterzeichnet“, so Papperger. Ein weiterer Vorteil der Zeitenwende sei, dass die Banken, welche die Rüstungsbranche lange meiden wollten, inzwischen neue Finanzierungen anbieten würden. Papperger hält in den kommenden Jahren auch eine Marktkapitalisierung von 50 Milliarden Euro für Rheinmetall für realistisch. Aktuell sind es gerade einmal rund 20 Milliarden Euro. Auch, wenn „endlich wieder Frieden in der Ukraine“ einkehre, sei der Nachholbedarf bei der Ausrüstung der Streitkräfte in vielen Ländern sehr groß.

Rheinmetall (WKN: 703000)

Die Rheinmetall-Aktie müsste sich mehr als verdoppeln, um das angestrebte Ziel von Papperger zu erreichen. Das ist angesichts der vollen Auftragsbücher, steigender Umsätze und guter Margen durchaus realistisch. Aktuell bleibt die Lage an der Börse aber kompliziert. Gewinnmitnahmen drücken immer wieder auf den Kurs. Dennoch: Schwache Tage sind Kauftage. Neue Hochs dürften eine Frage der Zeit sein.

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