11.05.2017 Nikolas Kessler

ProSiebenSat.1: Ctrip und Blackstone prüfen Gebote für Reisesparte

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ProSiebenSat.1
Trendthema

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet, erwägen die Investmentgesellschaft Blackstone und das chinesische Reiseportal Ctrip Gebote für die Reisesparte vom ProSiebenSat.1. Vorstandschef Thomas Ebeling bestätigte kurz zuvor, dass es „breites Interesse“ an der Sparte gebe.

Laut Bloomberg stehe dabei vor allem das schwedische Online-Reiseportal Etraveli im Fokus. Ctrip.com, das größte chinesische Online-Reisebüro, aber auch Buyout-Firmen wie Blackstone seien unterrichteten Kreisen zufolge daran interessiert. Ein Verkauf von Etraveli könnte demnach bis zu 500 Millionen Euro einbringen. Im Jahr 2015 hatte ProSieben das schwedische Unternehmen für rund 235 Millionen Euro übernommen.

Unternehmenssprecher von ProSiebenSat.1, Ctrip und Blackstone wollten die Bloomberg-Meldung bislang nicht kommentieren. ProSieben-Chef Thomas Ebeling hatte am Vormittag aber gesagt, dass es von Finanz- und strategischen Inverstoren „breites Interesse“ an den Reiseportalen gebe. Im Februar hatte er überraschend eine strategische Überprüfung des Geschäftsbereichs angekündigt. In den kommenden Monaten soll der Prozess abgeschlossen werden.

Schwaches TV-Geschäft sorgt für Verkaufsdruck

Am Donnerstagmorgen hatte ProSiebenSat.1 die Zwischenbilanz für das erste Quartal veröffentlicht und damit die Anleger in die Flucht geschlagen. Trotz jeweils zweistelliger Zuwächse bei Umsatz, bereinigtem EBITDA und bereinigtem Nettogewinn ist die Aktie in der Spitze um sieben Prozent eingebrochen und hat sich im Tagesverlauf mit einem Minus von über fünf Prozent am DAX-Ende festgesetzt. Die Investoren stören sich an stagnierende Werbeumsätze und einer leicht gesenkte Jahresprognose für das deutsche TV-Geschäft.

Kursrutsch übertrieben – Ruhe bewahren!

Das Werbegeschäft ist für ProSieben wichtig, keine Frage. In Anbetracht der ansonsten guten Zahlen hält der AKTIONÄR den Kursrutsch aber für übertrieben. Die Entwicklung im klassischen TV-Geschäft zeigt viel mehr, wie wichtig eine tragfähige Digitalstrategie als zweites Standbein ist. Investierte Anleger sollten daher Ruhe bewahren und auf eine dynamische Gegenbewegung in den kommenden Tagen setzen.