Die PayPal-Aktie hat zuletzt deutlich an Boden verloren, während Analysten ihre Erwartungen weiter nach unten anpassen. Kurz vor den neuen Quartalszahlen rücken Bewertung, Strategie und die nächsten operativen Schritte des Zahlungsdienstleisters erneut in den Fokus der Märkte und Beobachter.
Vor den anstehenden Zahlen zum vierten Quartal am 3. Februar hat das Analysehaus BTIG seine Einschätzung zur PayPal-Aktie erneuert. Analyst Lance Jessurun bleibt bei einer neutralen Einstufung und verweist dabei vor allem auf gedämpfte Erwartungen für das Jahr 2026.
PayPal kommt weiter nicht in Schwung. Hintergrund sind auch mehrfach gesenkte Erwartungen auf Analystenseite. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnen die Experten nur noch mit einem Wachstum der Handelsmargenerlöse von rund vier Prozent, nach etwa sechs Prozent im laufenden Jahr. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll um acht Prozent zulegen – deutlich weniger als die erwarteten 15 Prozent im Geschäftsjahr 2025.
Trotz der operativen Unsicherheiten bleibt PayPal aus Bewertungssicht interessant. Die Aktie bietet auf Basis der Schätzungen für 2025 eine Free-Cashflow-Rendite von rund zwölf Prozent. Hinzu kommt eine neu eingeführte Dividende mit einer Rendite von knapp einem Prozent sowie ein laufendes Aktienrückkaufprogramm im Volumen von rund sechs Milliarden Dollar.
BTIG sieht die strategischen Schwerpunkte des Konzerns grundsätzlich richtig gesetzt. PayPal investiert verstärkt in Agentic Commerce, Buy-now-pay-later-Angebote sowie in eine stärkere Nutzung bestehender Produkte. Allerdings erwarten die Analysten frühestens ab dem Geschäftsjahr 2027 einen messbaren Return on Investment.
Zusätzlich treibt PayPal seine Positionierung im Bereich Künstliche Intelligenz weiter voran. Mit der geplanten Übernahme von Cymbio soll die eigene AI-Commerce-Plattform gestärkt werden, um Produkte besser auf KI-basierten Shopping-Plattformen sichtbar zu machen. Zudem kooperiert PayPal mit der Steuerplattform april und bietet US-Kunden mit PayPal-Debitkarte künftig eine kostenlose Steuererklärung an – ein Service mit einem potenziellen Mehrwert von rund 160 Dollar pro Nutzer.
PayPal steht kurzfristig unter Druck. Die kommenden Quartale dürften zeigen, ob das Management die Investoren wieder von der langfristigen Wachstumsstory überzeugen kann. Für mutige Anleger bleibt die Aktie ein spannender Turnaround-Kandidat, denn fundamental ist der Titel weiter extrem günstig: Das KGV liegt bei lediglich 10.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: PayPal.
26.01.2026, 15:01