Broadcom zählt zu den großen Profiteuren des KI-Booms, und das nicht erst seit gestern. Doch wie kräftig die Erlöse beim Chipkonzern inzwischen sprudeln, hat Anleger dennoch überrascht. Denn nachbörslich präsentierte Broadcom am Mittwochabend Zahlen, die Erwartungen pulverisierten. Die Aktie dürfte nun wieder durchstarten.
Wie DER AKTIONÄR berichtete, erzielte Broadcom im ersten Quartal des gebrochenen Geschäftsjahres einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,05 Dollar. Einen Tick mehr, als Analysten mit 2,03 Dollar im Schnitt erwartet hatten. Auch beim Erlös schnitt der US-Konzern mit rund 19,3 Milliarden Dollar besser als die vom Markt erwarteten 19,2 Milliarden Dollar ab.
Wachstumstreiber war in den vergangenen drei Monaten erneut das KI-Geschäft. Laut CEO Hock Tan haben sich die KI-Umsätze im Quartal mehr als verdoppelt und 8,4 Milliarden Dollar erreicht. Der Boom bei kundenspezifischen KI-Beschleunigern und KI-Netzwerktechnologie halte an. Im zweiten Quartal soll der KI-Chip-Umsatz nun auf 10,7 Milliarden Dollar steigen.
Irres Umsatzziel
Der Trend bei den KI-Chip-Erlösen kennt zudem nur eine Richtung, wenn es nach Broadcom-Chef geht: nach oben. Gegenüber Analysten erklärte Tan, dass KI-Chip-Erlöse 2027 „deutlich über 100 Milliarden Dollar“. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2025 per 2. November, erzielte Broadcom mit Chips über alle Anwendungsfälle hinweg nur einen Umsatz von rund 37 Milliarden Dollar.
Zudem verkündete Tan: „Wir haben außerdem die notwendige Lieferkette gesichert, um dieses Ziel zu erreichen“. Lieferkettensorgen, die zuletzt in den Hintergrund getreten waren, kochen vor dem Hintergrund des Irankriegs und dessen Auswirkungen auf die globalen Warenströme wieder hoch.
Jüngst musste beispielsweise Nvidia seine Büros in Dubai vorsorglich schließen. Die Folgen des Nahost-Konflikts für den Ölpreis und die Lieferketten hat AKTIONÄR-TV-Moderatorin Nadine Hoffmann im Interview mit Dr. Martin Kröger, dem Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder herausgearbeitet.
An der Börse sorgte das Zahlenwerk und das sportliche Umsatzziel für einen nachbörslichen Kursanstieg um rund fünf Prozent auf rund 332 Dollar. Damit lässt die Aktie die obere Begrenzung die Gap im Bereich von 307,66 Dollar bis 330,22 Dollar hinter sich. Aus charttechnischer Sicht geht das Papier nun auf Tuchfühlung mit dem GD50 bei 334,68 Dollar.
Es bleibt dabei: Broadcom ist nicht günstig, aber gut. Anleger setzen weiter auf den KI-Gewinner und lassen die Gewinne laufen. Seit Empfehlung in Ausgabe 31/25 steht ein Plus von rund 20 Prozent zu Buche.
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Heute, 08:06