Bei Nvidia prallen gerade zwei Welten aufeinander: Auf der einen Seite explodierende Umsatzfantasien, auf der anderen ein Kurs, der nicht mehr recht vom Fleck kommt. Auch heute schlängelt sich die Aktie an der 50-Tage-Linie entlang, liegt dabei aber leicht im Minus. Der Befreiungsschlag bleibt also aus. Dabei liefert das Management weiter bullishe Munition.
Finanzchefin Colette Kress legte heute nach: Die im Oktober ausgegebene Umsatzfantasie sei inzwischen eher zu konservativ. Nvidia stellte damals in Aussicht, bis Ende 2026 rund 500 Milliarden Dollar Umsatz mit aktuellen und künftigen Rechenzentrumschips zu erzielen. „Diese 500 Milliarden sind definitiv größer geworden“, sagte Kress. Nicht nur wegen KI, sondern auch wegen klassischer Unternehmensanwendungen.
Fundamental klingt das nach Rückenwind. An der Börse verpufft er bislang. Seit dem Rekordhoch Ende Oktober läuft die Aktie dem S&P 500 hinterher. In wenigen Monaten sind etwa 460 Milliarden Dollar Börsenwert verschwunden. Für einen Titel, der zuvor seit Ende 2022 mehr als 1.300 Prozent zugelegt hatte, ist das keine Katastrophe. Aber es zeigt: Der Markt ist nervöser geworden.
Nvidia ist nicht irgendein Wachstumswert, sondern der Taktgeber des KI-Booms. Laut Bloomberg-Daten entfallen rund 16 Prozent des S&P-500-Anstiegs seit Oktober 2022 allein auf Nvidia. Entsprechend sensibel reagieren Investoren auf das Schlagwort KI-Blase und auf alles, was nach nachlassender Dynamik aussieht.
Operativ bleibt das Bild stark. Nvidia dominiert den Markt für KI-Beschleuniger weiterhin mit mehr als 90 Prozent Marktanteil. Die nächste Generation Rubin rückt näher, Kunden sollen die Technik noch 2026 testen können. Jensen Huang spricht von einer Nachfrage, die rasant steige, weil Modelle jedes Jahr deutlich komplexer werden.
Auch wenn der Chart derzeit (auf hohem Niveau) etwas müde aussieht: Die Story bleibt gigantisch. Für das nächste Geschäftsjahr, das Ende Januar 2027 ausläuft, werden laut Bloomberg im Schnitt rund 53 Prozent Umsatzwachstum und 57 Prozent Gewinnwachstum erwartet. Gleichzeitig wirkt die Bewertung im Vergleich zu anderen Big-Tech-Titeln nicht überzogen. Die Redaktion bleibt der Aktie, die derzeit im AKTIONÄR-Depot rund 50 Prozent im Plus liegt, vorerst treu.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Aktien der Nvidia befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
06.01.2026, 21:22