24.03.2014 Florian Söllner

Nach Facebook-Deal: WhatsApp boomt weiter

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Trendthema

Der Kurznachrichtendienst WhatsApp wächst auch nach dem Verkauf an Facebook weiter. Die App habe inzwischen 480 Millionen aktive Nutzer, sagte Mitgründer Jan Koum dem Nachrichtenmagazin Focus. "WhatsApp wächst genau so schnell weiter wie zuvor", betonte er. Der Dienst gewinnt damit gemessen an zuletzt genannten Kundenzahlen im Schnitt 15 Millionen Nutzer pro Monat. In Deutschland hat WhatsApp insgesamt 31 Millionen Nutzer. Im Januar waren es eine Million weniger.

Der Kauf von WhatsApp durch Facebook für insgesamt 19 Milliarden Dollar hatte bei vielen Kunden Sorgen um den Datenschutz ausgelöst. WhatsApp und Facebook betonen, dass sich nichts ändern werde. Dennoch hatten konkurrierende Messaging-Dienste einen Zustrom neuer Nutzer verzeichnet.

Zuletzt waren vereinzelt auch Analysten skeptisch. Der Kurznachrichtendienst WhatsApp wächst auch nach dem Verkauf an Facebook weiter. Argus Research hat das Papier von Kaufen auf Halten zurückgestuft. Die Experten sehen das Risiko von "signifikanten“ Abschreibungen, wenn WhatsApp nicht wie geplant die Anzahl der User auf eine Milliarde mehr als verdoppelt. Insgesamt raten derzeit 42 Analysten zum Kauf, nur neun sind neutral. Kein Einziger hat ein Sell-Rating veröffentlicht. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 73 Dollar.

Schlummerndes Potenzial

Facebook integriert mehr und mehr Werbung. Gerade das Mobile-Geschäft legt dadurch zu und erzielt nun bereits die Hälfte der Gesamtumsätze. Ähnlich wie die Tochter Instagram punktete auch WhatsApp bisher mehr durch User-Wachstum als durch Erlöse. Doch der AKTIONÄR sieht hier viel schlummerndes Umsatzpotenzial, weswegen der Kaufpreis durchaus vertretbar ist (siehe auch: "Ein Glücksgriff“)

70-Dollar-Marke im Visier

Der Aufwärtstrend der Facebook-Aktie ist intakt. Auch das operative Momentum stimmt. Positive Überraschungen beim Gewinn scheinen weiterhin wahrscheinlicher als negative. Sehr kurzfristig agierende Neueinsteiger können jedoch die Zurückeroberung der 70-Dollar-Marke abwarten.

(Mit Material von dpa-AFX)