Die Gewinner der Q2-Zahlensaison >> lesen
31.03.2020 Leon Müller

Nach Commerzbank und ING jetzt auch SocGen: Bank-Aktionären droht Nullrunde

-%
Société Générale

Der Ruf der Europäischen Zentralbank nach Mäßigung verhallt nicht im Leeren: Nach der ING und der Commerzbank streicht jetzt auch die Société Générale ihre Dividende für das zurückliegende Geschäftsjahr. Statt 2,20 Euro je Aktie gibt es nichts. Aktionären europäischer Geldinstitute droht damit eine Nullrunde.

Die ING hat es getan. Die Commerzbank ebenfalls. Jetzt streicht mit der Société Générale das dritte große europäische Geldinstitut seine Dividende für das zurückliegende Geschäftsjahr. Für die Aktionäre der französischen Großbank ist das ein herber Schlag, hatte das Institut doch eine Ausschüttung in Höhe von 2,20 Euro je Anteilsschein in Aussicht gestellt. Das entspräche auf dem aktuellen Kursniveau einer Rendite von 14,5 (!) Prozent.

Commerzbank (WKN: CBK100)

EZB fordert Verzicht

Um größtmögliche Liquidität sicherzustellen hatte die EZB die Geldhäuser bereits am Freitag zum Verzicht auf Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe aufgerufen. Ziel der Empfehlung sei es, die Fähigkeit der Banken zu stärken, Verluste zu verkraften sowie die Kreditvergabe an private Haushalte und an Unternehmen zu unterstützen. Die Empfehlung gelte mindestens bis zum 1. Oktober 2020 und betreffe Ausschüttungen für die Geschäftsjahre 2019 und 2020.

Die Kurse europäischer Bankaktien zählen schon seit Jahren nicht zu den Outperformern an den Handelsplätzen. Die Dividende war daher ein starker Trost und mitunter der einzige Renditebringer. Dass die Gewinnbeteiligung jetzt ausfällt, ist für Aktionäre der Institute bitter. Es steht zu erwarten, dass weitere Banken dem Beispiel der ING, der Commerzbank und der Société Générale folgen werden. Die Aareal Bank hat bisher ihren Vorschlag einer Ausschüttung nicht zurückgenommen. "Die Entscheidung über die Ausschüttung einer Dividende obliegt letztlich der Hauptversammlung", teilte das Unternehmen zuletzt mit.

Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß §34b WpHG: Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Commerzbank.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "AKTIONÄR Depot" von DER AKTIONÄR

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Société Générale - €
Commerzbank - €
ING Group - €

Buchtipp: Stock-Picking mit Nebenwerten

Jeder Anleger kennt die Werte aus den großen Indizes. Außerhalb von DAX, MDAX und TecDAX nimmt die Coverage jedoch drastisch ab. Schon im SDAX werden nicht alle Titel regel­mäßig analysiert und wenn, dann nur von wenigen Experten. In ihrem zeitlosen, nun unverändert neu aufgelegten Klassiker „Stock-Picking mit Nebenwerten“ zeigt die im September 2020 verstorbene Börsenexpertin Beate Sander, wie Anleger erfolgreich auf die Suche nach interessanten Nebenwerten gehen können. Die Small-Cap-Indizes einfach durch Zertifikate nachzubilden dürfte angesichts der vergangenen Kurssteiger­ungen nicht mehr lohnend sein. Die gezielte Auswahl aussichtsreicher und unterbewerteter Papiere wird aber lukrativ bleiben. Dafür liefert Beate Sander gewohnt eloquent und kompetent das nötige Rüstzeug.
Stock-Picking mit Nebenwerten

Autoren: Sander, Beate
Seitenanzahl: 304
Erscheinungstermin: 15.07.2021
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-785-8