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05.03.2021 Benedikt Kaufmann

Microsoft: Riesiger Cloud-Auftrag droht zu scheitern

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Microsoft

Der Rechtsstreit rund um den zehn Milliarden Dollar schweren Cloud-Computing-Auftrag des Pentagon an Microsoft hält an. Aufgrund der Einwände des Konkurrenten Amazon droht der Deal zu scheitern.

So will das US-Verteidigungsministerium den ursprünglich an Microsoft vergebenen Auftrag überdenken, wenn das Bundesgericht die Anschuldigung seitens Amazon nicht verwirft. Der E-Commerce-Riese argumentiert, dass sich der damalige US-Präsident Trump unzulässig in den Vergabeprozess eingemischt hat.

Laut dem Pentagon würde es in diesem Fall zu lange dauern, vor Gericht feststellen zu lassen, dass der Vergabeprozess ordnungsgemäß durchgeführt wurde. Die Folge wäre eine Anpassung der Strategie. Äußerst fraglich bleibt damit, ob der Cloud-Auftrag in Höhe von rund zehn Milliarden Dollar, dann überhaupt an nur einen Dienst vergeben wird.

Pentagon sucht bereits nach Alternativen

Laut Bloomberg gibt es erste Anzeichen, dass sich das Verteidigungsministerium bereits nach Alternativen umschaut. So seien abseits des Milliarden-Deals bereits mit anderen Cloud-Dienstleistern Gespräche geführt worden. Es gilt zudem als unwahrscheinlich, dass die Richter die Bedenken von Amazon nach all den Monaten einfach verwerfen.

Angesichts Microsofts schnell wachsenden Cloud-Umsätzen von 14,8 Milliarden Dollar im vergangenen Quartal, wäre der über mehrere Jahre laufende Auftrag ein Rückschlag – wenn auch ein verkraftbarer. Dennoch ginge der Azure-Cloud ein prestigeträchtiger Kunde verloren und eventuell auch mögliche Folgeaufträge aus dem Pentagon oder anderen US-Ministerien. Insbesondere wenn im Nachklang der Gerichtsentscheidung seitens der US-Regierung von Cloud-Aufträgen im „Einer-macht-alles“-Stil abgesehen wird, die insbesondere den großen Cloud-Anbietern entgegenkommen.

Der noch immer in der Schwebe hängende Auftrag ist ein kleines Risiko für die Microsoft-Aktie, dass Anleger jedoch nicht von einem fortlaufenden Investment in den Tech-Giganten abhalten sollte. Dabeibleiben und Gewinne laufen lassen.

Microsoft (WKN: 870747)

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