04.07.2019 Leon Müller

Metro-Aktie reagiert: Handelt Unternehmen entgegen Anlegerinteressen?

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In den Verkaufsprozess rund um die Einzelhandelskette Real kommt Bewegung. Wie jetzt bekannt wurde, haben sich der Immobilieninvestor X+Bricks sowie das Private-Equity-Haus SCP Group zusammengeschlossen und sich zudem die Unterstützung von Kaufland gesichert. Sie bieten "deutlich mehr" als das Konsortium um Immobilieninvestor Redos, mit dem Real-Eigner Metro exklusiv verhandelt. Das Unternehmen hat den Eingang des Schreibens bestätigt, will aber weiterhin exklusiv mit Redos verhandeln. Ist das im Sinne der Aktionäre?

Ein Konsortium hat dem Handelskonzern Metro ein höheres Kaufangebot für die Real-Märkte gemacht. Der Immobilieninvestor X+Bricks sowie das Private-Equity-Haus SCP Group hätten sich zusammengetan und die Unterstützung von Kaufland gesichert, um Real als Ganzes zu kaufen, teilte das Konsortium am Donnerstag mit. 

Die Interessenten bieten dem MDax -Konzern für Real "einen Gesamt-Mittelzufluss von deutlich über 0,5 Milliarden Euro", hieß es. Damit überbieten sie das Angebot des Konsortiums um Immobilieninvestor Redos, mit dem Metro in exklusiven Verhandlungen steht. Redos bewertet das Unternehmen nach dem Stand einer Mitteilung vom achten Mai insgesamt mit rund einer Milliarde Euro, der Mittelzufluss würde bei 0,5 Milliarden Euro liegen. Wie viel dieses "deutlich über 0,5 Milliarden Euro" bedeutet, ist bisher unklar.

Eine Metro-Sprecherin bestätigte den Erhalt des Schreibens. Das Redos-Angebot sei aber wirtschaftlich das attraktivste und biete "zudem im Hinblick auf die Fusionskontrolle die höchste Umsetzungswahrscheinlichkeit". Die Verhandlungen würden gut voranschreiten. 

Metro (WKN: BFB001)

Die Aktie von Metro hatte zuletzt deutlich an Wert gewonnen. Basis des Kursanstiegs war die Ankündigung des tschechischen Geschäftsmannes Daniel Kretinsky, Metro komplett übernehmen zu wollen. Der gebotene Preis in Höhe von 16,00 Euro je Stammaktie wurde allerdings vom Unternehmen als zu niedrig abgewiesen.  

Stand heute ist nicht nachvollziehbar, warum Metro sich im Real-Verkaufsprozess ausschließlich auf einen Bieter fokussiert. Spätestens jetzt, da ein weiteres Gebot vorliegt, muss hinterfragt werden, ob das Unternehmen im Sinne seiner Aktionäre handelt, die nach einem möglichst hohen Verkaufserlös streben dürften. Auch, weil derzeit fraglich ist, ob Kretinsky das Angebot zur Komplettübernahme der Metro merklich aufstocken wird, sollten investierte Anleger nach Chance-Risiko-Gesichtspunkten das Angebot annehmen und sich von ihren Anteilen trennen.

Mit Material von dpa-AFX