Meta hat die Erwartungen der Wall Street im vierten Quartal deutlich übertroffen. Die Aktie kletterte nachbörslich um mehr als vier Prozent. Der Grund: Starke Werbeumsätze und ein optimistischer Ausblick auf das laufende Jahr überlagern die Sorgen um explodierende Kosten für Künstliche Intelligenz.
Der Umsatz des Social-Media-Riesen stieg im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 59,89 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 58,59 Milliarden Dollar gerechnet. Auch beim Gewinn pro Aktie lieferte der Konzern ab: Statt der prognostizierten 8,23 Dollar stehen 8,88 Dollar in den Büchern. Die Nutzerbasis bleibt derweil stabil. Täglich nutzen rund 3,58 Milliarden Menschen die Dienste von Facebook, Instagram und WhatsApp – ein Wert, der punktgenau die Erwartungen der Experten traf.
Die Milliarden-Wette auf „Avocado“
Mark Zuckerberg schaltet bei der Hardware-Aufrüstung nun mehrere Gänge hoch. Für das Jahr 2026 plant Meta massive Investitionen (CapEx) in Höhe von 115 bis 135 Milliarden Dollar. Damit verdoppelt der Konzern seine Ausgaben im Vergleich zu 2025 fast. Das Ziel: Die Marktführerschaft bei Künstlicher Intelligenz.
Hinter den Ausgaben steckt ein strategischer Umbau. Nachdem das KI-Modell Llama 4 im vergangenen Frühjahr auf verhaltene Resonanz stieß, investierte Meta 14,3 Milliarden Dollar in Scale AI, um Gründer Alexandr Wang und dessen Team zu verpflichten. Wang leitet nun die Spezialeinheit „TBD“, die ein neues Hochleistungsmodell entwickelt. Das Projekt trägt den Codenamen „Avocado“ und soll bereits in der ersten Jahreshälfte erscheinen.
Reality Labs bleibt das Sorgenkind
Während das Kerngeschäft floriert, bleibt die Metaverse-Sparte Reality Labs ein tiefrotes Minusgeschäft. Die Einheit verbuchte im vierten Quartal einen operativen Verlust von 6,02 Milliarden Dollar – mehr als die von Analysten befürchteten 5,67 Milliarden Dollar. Dem stehen Einnahmen von lediglich 955 Millionen Dollar gegenüber.
Entsprechend reagieren die Anleger jedoch gelassen: Solange das Werbegeschäft die massiven Investitionen in die Zukunft querfinanzieren kann, bleibt das Vertrauen in Zuckerbergs KI-Kurs hoch. Für das erste Quartal stellt Meta einen Umsatz zwischen 53,5 und 56,5 Milliarden Dollar in Aussicht und liegt damit deutlich über der Konsensschätzung von 51,41 Milliarden Dollar.
Starke Werbeumsätze und ein optimistischer Ausblick auf das laufende Jahr überlagern die Sorgen um explodierende Kosten für Künstliche Intelligenz. Meta ist derzeit keine laufende Empfehlung des AKTIONÄR.
28.01.2026, 22:33