SAP schaltet im laufenden Jahr einen Gang höher. Europas größter Softwarekonzern hat am Morgen seine Zahlen für das vierte Quartal sowie einen Ausblick auf das laufende Jahr veröffentlicht. SAP peilt hier ein deutlich stärkeres Wachstum an und will zugleich die Profitabilität weiter verbessern.
Der Produktumsatz aus Cloudlösungen und klassischen Lizenzen soll währungsbereinigt um 12 bis 13 Prozent zulegen. Allein das Cloudgeschäft dürfte um 23 bis 25 Prozent wachsen. Parallel dazu rechnet der DAX-Konzern mit einem Anstieg des um Sondereffekte bereinigten operativen Ergebnisses um 14 bis 18 Prozent, was die Marge weiter erhöhen würde. Damit bewegt sich SAP im Rahmen der Markterwartungen. Beim Cloud-Auftragsbestand auf Zwölfmonatssicht zeichnet sich jedoch ein geringeres Wachstumstempo als im Vorjahr ab.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte der Konzern seinen Umsatz dank der starken Cloud-Nachfrage um acht Prozent auf 36,8 Milliarden Euro. Belastend wirkte dabei der schwache Dollar, der das Wachstum um rund drei Prozentpunkte schmälerte. Der Cloud-Auftragsbestand wuchs währungsbereinigt um 25 Prozent und blieb damit allerdings etwas hinter den Erwartungen zurück.
Das bereinigte operative Ergebnis sprang – auch infolge eines umfangreichen Stellenabbaus – um 28 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro nach oben und übertraf die Prognosen. Der Nettogewinn kletterte auf 7,5 Milliarden Euro und lag damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr, das noch von hohen Restrukturierungskosten geprägt war.
Christian Klein, Vorstandsvorsitzender von SAP, erklärte: „Das vierte Quartal war durch ein starkes Cloudgeschäft gekennzeichnet. Durch den guten Auftragseingang wuchs der Total Cloud Backlog um 30 Prozent auf ein Rekordniveau von 77 Milliarden Euro an und mit dem beträchtlichen Wachstum des Current Cloud Backlog im vierten Quartal haben wir eine solide Basis, um beschleunigtes Wachstum bei den Umsatzerlösen bis 2027 zu erreichen. SAP Business AI ist zu einem wichtigen Wachstumstreiber geworden und bereits in zwei Drittel unserer Cloud-Vertragsabschlüsse im vierten Quartal enthalten. Gleichzeitig verzeichnen wir eine starke Nutzung künstlicher Intelligenz in der gesamten ERP-Suite.“
Zudem kündigte SAP ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von zehn Milliarden Euro an, das sich über zwei Jahre erstreckt.
Die Aktie von SAP stand in den vergangenen Monaten deutlich unter Druck. Derzeit arbeitet das Papier an einer Bodenbildung. Das verfehlte Ziel beim Auftragsbestand in der Cloud dürfte allerdings heute erst einmal auf die Stimmung drücken. Eine ausführliche Analyse zur Aktie lesen Sie in der neuen Ausgabe 06/2026 des AKTIONÄR, die Sie hier herunterladen können.
Heute, 07:07