Der Softwarekonzern SAP hat einen Rechtsstreit mit dem US-Datenbank- und Analytics-Spezialisten Teradata außergerichtlich beigelegt. Wie aus einer Mitteilung Teradatas an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, zahlt SAP im Rahmen des Vergleichs 480 Millionen Dollar für Frieden in dem jahrelangen Streit.
Nach Abzug aller Gebühren und Aufwendungen für den seit 2018 andauernden Rechtsstreit erwartet Teradata einen Nettoerlös vor Steuern zwischen 355 Millionen und 362 Millionen US-Dollar.
Der Konflikt reicht bis ins Jahr 2018 zurück. Damals hatte Teradata SAP wegen Diebstahls geistigen Eigentums sowie wegen der Ausnutzung von Marktmacht verklagt.
Im Zentrum der Vorwürfe stand ein im Jahr 2006 gegründetes Joint Venture der beiden Unternehmen. Teradata argumentierte, SAP habe die Zusammenarbeit genutzt, um Zugriff auf proprietäre Technologien zu erhalten.
Zudem kritisierte der US-Konzern die Bündelung der SAP-Datenbank HANA mit dem ERP-System S/4HANA. Dadurch würden andere Datenbankanbieter benachteiligt, was gegen das US-Wettbewerbsrecht verstoße.
SAP wies die Vorwürfe stets zurück und ging 2019 selbst mit einer Patentklage in den USA gegen Teradata vor. In den folgenden Jahren kam es zu weiteren Klagen und Gegenklagen. Zuletzt scheiterte SAP vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten mit dem Versuch, Teradatas Kartellklage abweisen zu lassen. Ein neues Gerichtsverfahren war ursprünglich für April 2026 angesetzt.
Mit dem nun erzielten Vergleich verschwindet ein Unsicherheitsfaktor. Die SAP-Aktie hatte sich bereits gestern von ihrem Tagestief lösen können und setzt am heutigen Handelstag ihre Erholungsbewegung mit einem Plus von letztlich 1,3 Prozent fort.
Die Einigung mit Teradata ist aus Anlegersicht zu begrüßen, da ein langwieriger und schwer kalkulierbarer Rechtsstreit damit vom Tisch ist. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen KI-Herausforderungen kann der Softwareriesen eine solche Ablenkung nicht gebrauchen. Anleger sollten dennoch weiter auf klare Signale einer Trendwende warten. Bis dahin bleibt Geduld gefragt.
Heute, 18:10