An der Wall Street herrschte am Donnerstag eine zweigeteilte Stimmung. Während die Technologiebörse Nasdaq unter dem Gewicht von Microsoft ächzte, rettete sich der Dow Jones knapp ins Plus. Im Fokus stand die Frage, ob sich die massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz schnell genug auszahlen.
Der Nasdaq 100 spürte den Gegenwind deutlich. In der Spitze verlor der Index mehr als zwei Prozent, bevor er sich zum Handelsende bei 25.884,30 Punkten stabilisierte. Das entsprach einem Minus von 0,53 Prozent.
Der Grund für die Nervosität war vor allem Microsoft. Die Aktie des Software-Riesen rutschte um zehn Prozent ab und markierte den tiefsten Stand seit April. Zwar wächst das Cloud-Geschäft weiter, doch das Tempo lässt nach. Gleichzeitig verschlingen die KI-Ambitionen Milliarden. Diese Kombination aus hohen Kosten und leicht gebremstem Wachstum verunsicherte die Anleger und zog auch andere Softwarewerte wie Salesforce ins Minus.
Ein völlig anderes Bild zeichnete Meta. Die Muttergesellschaft von Facebook überzeugte den Markt mit einem Kurssprung von über zehn Prozent. Hier greifen die KI-Investitionen bereits sichtbar im Werbegeschäft, was den Kurs auf den höchsten Stand seit Oktober trieb. Weniger glücklich agierte Tesla. Das Papier verlor 3,5 Prozent. Zwar stimmten die Gewinne, doch Elon Musks Fokus auf eine Zukunft mit Robotern und Robotaxis erfordert enorme Investitionen in die Produktion, was die kurzfristigen Erwartungen dämpfte.
Der Leitindex Dow Jones konnte sich dem Abwärtsdruck entziehen. Er schloss mit 49.071,56 Punkten minimal im Plus. Starke Quartalszahlen von IBM und Caterpillar fungierten hier als Gegengewicht zum Tech-Ausverkauf. IBM kletterte um gut fünf Prozent nach oben, während Caterpillar mit dem höchsten Jahreserlös der Firmengeschichte glänzte und ein neues Rekordhoch markierte. Auch der Mischkonzern Honeywell trug zur Stabilität bei. Ein optimistischer Ausblick und die beschleunigte Abspaltung der Luftfahrtsparte ließen die Aktie um fast fünf Prozent steigen.
Enthält Material von dpa-AFX
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Microsoft.
Heute, 22:31