02.05.2020 Emil Jusifov

Lufthansa: Bund vor dem Einstieg

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Deutsche Lufthansa

Dass der Staat der Lufthansa unter die Arme greifen muss, hat zuletzt niemand mehr angezweifelt – die Frage war nur, in welcher Form. Nun sind hierzu konkrete Pläne der Bundesregierung durchgesickert.

Laut dem Nachrichtenmagazin Spiegel sollen 5,5 Milliarden Euro in Form einer stillen Beteiligung des Bundes an die Lufthansa fließen. Der Deal sieht vor, dass der Bund im Gegenzug eine Garantiedividende von neun Prozent erhält. Weitere 3,5 Milliarden Euro solle die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) übernehmen. Hierfür wolle die Regierung bürgen.

In einem vorab publizierten Redemanuskript betont Spohr, dass Lufthansa auch nach der Corona-Krise wettbewerbsfähig bleiben müsse: "Staatshilfen sind kein Selbstzweck. Wir verbinden damit klare Ziele und sehen uns gegenüber den Steuerzahlern, die diese Hilfen ermöglichen, in der Verantwortung: Um wettbewerbsfähig zu bleiben, wollen wir - egal in welchem Szenario - die Lufthansa Group und die europäische Airline Gruppe zusammenhalten. Das ist unser übergreifendes Ziel."

Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

Dass es letztendlich doch auf eine stille Beteiligung hinausläuft, ist aus Investoren-Sicht positiv zu bewerten. Viel schlimmer wäre eine zuletzt im Raum stehende Insolvenz in Eigenverwaltung. DER AKTIONÄR bleibt für die Lufthansa-Aktie aktuell noch zurückhaltend gestimmt. Das schwer angeschlagene Chartbild sowie die unsicheren Perspektiven für die kommenden Monate sprechen derzeit gegen den DAX-Titel. Das Beispiel Commerzbank zeigt, dass eine Staatsbeteiligung sich nicht unbedingt positiv auf den Aktienkurs des betroffenen Unternehmens auswirken muss.

Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß §34b WpHG:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Lufthansa.