28.04.2020 Thorsten Küfner

Lufthansa: Sperrminorität für den Staat - was ist nun zu tun?

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Deutsche Lufthansa

Nach wochenlangen, zähen Verhandlungen soll Medienberichten zufolge das Rettungspaket für die unverschuldet in Not geratene Lufthansa nun stehen. Demnach erhält Europas größte Fluggesellschaft eine üppige Kapitalspritze. Im Gegenzug muss der DAX-Konzern aber auch die eine oder andere Kröte schlucken.

Wie der Business Insider unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Lufthansa-Mitarbeiter berichtet, erhält die Lufthansa insgesamt neun Milliarden Euro.

Der Bund soll dabei eine Sperrminorität erhalten. Dies würde bedeuten, dass dem Steuerzahler künftig mindestens 25 Prozent plus eine Aktie an der Airline gehören würden. Sollte sich die Zahl der ausstehenden Aktien demnach wirklich nur in so geringem Umfang erhöhen, wäre dies für die Aktionäre eine gute Nachricht. Es war durchaus eine größere Kapitalerhöhung denkbar.

Darüber hinaus soll der Bund ein bis zwei Aufsichtsratsmandate erhalten. Die Lufthansa wollte sich zu dieser Meldung bisher noch nicht äußern.

Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

Es dürfte spannend werden, ob die Kapitalerhöhung tatsächlich nur in einem derart geringen Umfang ausfällt. Für die gebeutelten Anteisleigner der Lufthansa wäre dies eine positive Entwicklung. Anleger sollten aber noch abwarten, ob sich dieses Gerücht letztlich auch wirklich bewahrheitet und sich beim günstig bewerteten Blue Chip nur auf die Lauer legen, aber noch nicht zugreifen.

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