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23.02.2021 Börsen. Briefing.

Luftfahrt-Aktien von Airbus, Lufthansa, Ryanair, TUI, Fraport & Co gegen den Trend stark – ist das die Wende?

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Fraport

Während sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstag-Mittag schwach zeigt, fällt die Luftfahrt-Branche mit kräftigen Kursgewinnen aus dem Rahmen. Seit einem Jahr zählen sie wegen der Lockdowns in vielen Ländern und Reisebeschränkungen zu den besonders gebeutelten Papieren in der Corona-Krise. Nun scheint es Nachholbedarf zu geben.

Die Erholungsrallye der Aktien aus der Reisebranche, die am Vortag richtig in die Gänge gekommen war, setzt sich heute fort. Die Papiere des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport kletterten an der MDAX-Spitze um mehr als sechs Prozent auf den höchsten Stand seit der ersten Dezember-Hälfte. Jene der Lufthansa zogen um 3,7 Prozent an und schafften es nahe der 12-Euro-Marke auf das höchste Niveau seit Juni.

Der wieder aufgeflammte Optimismus der Anleger erstreckte sich auch auf die Flugzeugindustrie. Die Airbus-Aktien erreichten mit einem Anstieg um zeitweilig 3,7 Prozent sogar eine Bestmarke seit Anfang März 2020.

Airbus (WKN: 938914)

Im DAX standen die Papiere von Triebwerksbauer MTU an der Spitze der Tagesgewinner. Sie stiegen um fast zwei Prozent. Möglicherweise nahm eine Abstufung der Berenberg Bank auf "Hold" etwas Schwung.

Der Stärke bei Luftfahrt-Aktien schlossen sich auch die Aktien des Reiseveranstalters TUI an, die ihre Hauptnotiz mittlerweile in London haben. Sie rückten dort um 5,7 Prozent vor. Via Tradegate liegt der Tagesgewinn sogar noch höher.

Hoffnung aus Großbritannien

Analyst David Perry von JPMorgan schrieb am Dienstag von einer gestiegenen Zuversicht, dass sich die Luftfahrt-Branche schneller von der Corona-Krise erholen könnte als bislang gedacht. Kommentare des britischen Premiers deuteten auf eine ein bis zwei Monate frühere Lockerung hin als bisher erwartet. Hinzu kämen die jüngsten positiven Neuigkeiten zum Thema Impfstoff, schrieb der Experte.

Die Infektionszahlen in Großbritannien sind in den vergangenen Wochen deutlich gesunken. Am Montag hatte Premierminister Boris Johnson daraufhin einen Fahrplan zur Aufhebung des Lockdowns aufgezeigt. Bis zum 21. Juni will die Regierung in England schrittweise alle Pandemie-Beschränkungen aufheben.

Voraussetzung sei aber, dass die Infektionszahlen unter Kontrolle bleiben, keine Virusvarianten die Lage verändern und die Impfkampagne weitergeht. Ihr Ziel, bis Mitte Februar 15 Millionen Einwohner zu impfen, haben die Briten erreicht.

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Auch zur Wirksamkeit eines Impfstoffs gab es zuletzt positive Neuigkeiten. Britischen Behörden zufolge deuten ausgewertete Daten darauf hin, dass der Impfstoff von BioNTech und Pfizer nicht nur Erkrankungen, sondern auch die Ansteckung verhindert. Außerdem zeichnet es sich ab, dass die Impfungen gegen die britische Mutation ähnlich wirksam sind wie gegen den bislang vorherrschenden Virustyp.

Britische Fluggesellschaften profitierten davon noch etwas stärker als deutsche. Für IAG ging es am Dienstag um 5,3 Prozent nach oben, für EasyJet sogar um 8,6 Prozent. Triebwerksbauer Rolls-Royce liegt auf Tradegate zeitweise um gut neun Prozent höher als gestern. Billigfluggesellschaft Ryanair verbuchte zuletzt einen starken Anstieg von Buchungen Richtung Griechenland, Spanien und Italien. Die Ryanair-Aktie gewinnt heute zeitweise rund drei Prozent.

Allerdings steht der Optimismus nach Ansicht von Experten auf einer wackligen Grundlage. Laut Analyst William Fitzalan Howard ist in den Kursen vieler Airline-Aktien bereits eine starke Belebung der Nachfrage eingepreist. Die Aktien der Lufthansa sind von ihrem Herbsttief unter 7 Euro mittlerweile schon um 70 Prozent gestiegen. "Trotzdem bleibt die Erholung des Flugverkehrs im Jahr 2021 höchst ungewiss", mahnte der Experte zur Vorsicht. (Mit Material von dpa-AFX)

Der Optimismus in der Reise-Branche steigt. Doch bis zu einer Normalisierung des Luftverkehrs wird es noch Monate dauern. Vor allem internationale Reisen werden weiterhin problematisch sein und Einschränkungen, Isolation und Tests unterliegen. Luftfahrt-Aktien bleiben dementsprechend heiße Eisen. Wer bereits engagiert ist, hält seine Papiere weiter, legt sich jedoch Stopp-Loss-Orders. Mutige Anleger nutzen zudem kurzfristige Trading-Chancen.

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Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Lufthansa.