Erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg ist die Flugabwehr in der Hauptstadt Teheran wieder aktiv geworden. In der Nacht waren mehrere dumpfe Explosionen zu hören, wie ein dpa-Reporter berichtete. Zeitgleich meldete das US-Militär eine neue Angriffswelle gegen militärische Ziele im Iran.
Auch iranische Staatsmedien berichteten von Flugabwehrfeuer in mehreren Stadtteilen der rund 15 Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt. Wenig später kehrte wieder Ruhe ein, während das US-Militär das Ende der gut einstündigen Operation bekannt gab.
Nach Angaben des für die Region zuständigen US-Kommandos Centcom zielten die Angriffe darauf ab, Irans Fähigkeit zu schwächen, Handelsschiffe in der strategisch wichtigen Straße von Hormus anzugreifen. Ins Visier genommen wurden militärische Kommandozentren, Einrichtungen der Marine sowie Standorte der Luftwaffe. Es war bereits die elfte Nacht in Folge mit US-Luftangriffen auf die Islamische Republik.
US-Präsident Donald Trump hatte den Iran zuvor erneut mit weiteren Militärschlägen gedroht. Dabei erwähnte er ausdrücklich das als "Pickaxe Mountain" bekannte Areal. "Wir werden diesen Bereich in Kürze ins Visier nehmen, und zwar mit voller Wucht", sagte er am Dienstag im Weißen Haus. Bereits zuvor hatte der Republikaner Angriffe auf den Komplex angekündigt, der in einem Berg südlich der Nuklearanlage Natans verborgen liegt. Trump erklärte außerdem, das US-Militär werde jede Anlage angreifen, die Teheran für atomare Zwecke nutzen wolle.
Die erneuten Vorfälle in Teheran könnten auf eine weitere Verschärfung des Konflikts hindeuten. Zuletzt war die Hauptstadt Anfang Juni Ziel von Angriffen geworden, als die israelische Luftwaffe nach iranischen Raketenattacken militärische Ziele in der Stadt bombardierte.
Anfang Juli war der Konflikt erneut eskaliert, nachdem iranische Streitkräfte Handelsschiffe in der Straße von Hormus beschossen hatten. Die USA reagierten mit Hunderten Luftangriffen auf Ziele an der Südküste des Landes. Donald Trump erklärte daraufhin sowohl die Anfang April vereinbarte und mehrfach gebrochene Waffenruhe als auch das Mitte Juni erzielte Rahmenabkommen für eine mögliche Friedenslösung für beendet. Auch die iranische Führung sieht sich nicht länger an die vorläufige Vereinbarung gebunden.
Enorm hohe Kosten
Die finanziellen Folgen des Krieges sind erheblich. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums belaufen sich die Kosten für die Vereinigten Staaten inzwischen auf 37,5 Milliarden Dollar (rund 32 Milliarden Euro). Pentagon-Chef Pete Hegseth erklärte bei einer Anhörung im US-Senat, in der Summe seien sowohl bereits entstandene als auch bis zum Ende des Haushaltsjahres am 30. September erwartete Ausgaben enthalten.
Zugleich warb Hegseth für einen Nachtragshaushalt von 67 Milliarden Dollar für das Verteidigungsministerium. Das Geld soll die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte sichern, verbrauchtes Material ersetzen und Investitionen in Munition sowie neue Waffensysteme beschleunigen. Der zusätzliche Etat sei als Soforthilfe über den regulären Verteidigungshaushalt hinaus vorgesehen. Langfristig strebe die Regierung angesichts der weltweiten Sicherheitslage einen Verteidigungshaushalt von 1,5 Billionen Dollar für das Haushaltsjahr 2026 an.
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran eskaliert immer weiter. Dies bedeutet natürlich auch, dass die Schifffahrt in der Straße von Hormus nach wie vor stark eingeschränkt ist. Dementsprechend bleibt der Ölmarkt unterversorgt. Der Preis für Brent-Öl ist daher wieder auf mehr als 90 Dollar gestiegen.
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