Die Ölpreise bleiben nach dem Sprung über die 100-Dollar-Marke volatil. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran zieht sich hin, die Risiken für wichtige Schifffahrtsrouten nehmen zu. Ein Preissignal zeigt bereits, wie ernst die Lage inzwischen ist.
Der an der US-Börse gehandelte Heizöl-Kontrakt zur Lieferung im Oktober stieg am heutigen Donnerstag zeitweise bis auf 5,0189 Dollar je Gallone. Das war der höchste Stand seit dem 29. April 2022. Damals kostete Heizöl in der Spitze 5,8595 Dollar.
Der Heizölpreis nähert sich also wieder den Höchstständen der großen Energiekrise.
Der Anstieg beim Heizöl folgt dem Sprung bei den Rohölpreisen. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) kletterte im Handelsverlauf bis auf 100,88 Dollar je Barrel. Das war der höchste Stand seit Mai.
Auch Brent, die wichtigste internationale Rohölsorte, verteuerte sich zeitweise um mehr als 4 Prozent auf 105,82 Dollar.
Seit Monatsbeginn hat sich der Brentpreis damit bereits um fast 16 Prozent erhöht. Das Jahreshoch liegt bislang bei rund 126 Dollar je Barrel und wurde im April erreicht.
Iran-Krieg: Ende erst 2029?
Auslöser ist die Sorge vor einem langwierigen Krieg zwischen den USA und dem Iran. Laut Wall Street Journal haben Berater des Weißen Hauses mit US-Präsident Donald Trump über die Möglichkeit gesprochen, dass der Iran-Krieg über den Amtsantritt des nächsten US-Präsidenten am 20. Januar 2029 hinaus andauern könnte. Das steht im Widerspruch zu Trumps wiederholter Einschätzung, die Kämpfe könnten bald enden.
Neue Risiken für Schifffahrt
Zusätzlichen Druck erzeugt die Lage im Jemen. Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz soll die strategisch wichtige Hafenstadt Mokka an der Westküste des Landes eingenommen haben. Damit rückt sie näher an die Meerenge Bab al-Mandab heran. Die Meerenge verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und zählt zu den wichtigsten Engpässen für den internationalen Schiffsverkehr.
Erdgas ebenfalls teurer
Die Eskalation erreicht auch den europäischen Gasmarkt. Der richtungsweisende TTF-Terminkontrakt für die Lieferung in einem Monat stieg am Donnerstag um 2,9 Prozent auf 81,56 Euro je Megawattstunde. Am Vortag hatte der Preis erstmals seit Ende 2022 wieder die Marke von 80 Euro überschritten.
Steigende Preise für Rohöl, Heizöl und Erdgas erhöhen den Kostendruck für Industrie und Verbraucher. Noch hält sich die Belastung für die Weltwirtschaft in Grenzen. Sollte der Konflikt jedoch die globalen Transportwege länger beeinträchtigen, dürfte sich der Preisanstieg breiter bemerkbar machen. Die Aktienmärkte reagieren bereits nervös.
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