Die Ölpreise verharren weiterhin auf ihren hohen Niveaus. So muss für ein Fass Brent-Rohöl aus der Nordsee mit Lieferung im November aktuell 101 US-Dollar gezahlt werden. Bei WTI-Öl sind es mittlerweile knapp 96 Dollar. Diese Entwicklung spielt natürlich den großen Ölproduzenten wie beispielsweise Shell voll in die Karten.
Örtliche Medien berichteten nun von weiteren Explosionen im Bereich der Straße von Hormus. Betroffen gewesen seien demnach die Insel Gheschm sowie die Städte Sirik und Minab, meldete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf offizielle Stellen. Die Detonationen hätten sich auf See ereignet; Ursache und genauere Hintergründe waren zunächst nicht bekannt.
Bereits zuvor hatte das US-Militär wiederholt iranische Öltanker in der Meerenge sowie in umliegenden Gewässern attackiert – nach eigenen Angaben als Reaktion auf Angriffe der Iranischen Revolutionsgarden auf amerikanische Kriegsschiffe in der Region.
Die erneut aufgeflammten Auseinandersetzungen der vergangenen Woche beendeten eine Phase relativer Ruhe und ließen sowohl Öl- als auch Erdgaspreise deutlich ansteigen. Seit Jahresbeginn hat sich Brent damit um fast 70 Prozent verteuert, bleibt aber weiterhin klar unter dem im April erreichten Kriegshoch von 126 US-Dollar je Barrel.
Unterdessen bestätigte die US-Bank JPMorgan ihre "Overweight"-Einstufung für Shell bei einem Kursziel von 3.600 Pence. Analyst Matthew Lofting schrieb am Montag im Anschluss an ein Branchenseminar, die Rohstoffvorräte näherten sich zunehmend einem kritischen Zustand ("code red"). In Europa würden die stetig schrumpfenden Öl- und Gasbestände branchenweit die Preise nach oben treiben, während sich der Weg zu einer Wiederauffüllung der Lager als äußerst mühsam erweisen dürfte. Lofting sieht sich durch diese Entwicklung in seiner bevorzugten Einschätzung von Eni und Shell bestätigt.
Es bleibt dabei: Dem britischen Energieriesen spielt das aktuelle Marktumfeld nach wie vor voll in die Karten. Die Aktie zieht immer weiter an und hat in Euro bereits ein neues Allzeithoch markiert. An der Londoner Heimatbörse fehlen hingegen noch ein paar Pence. Der Konzern ist sehr breit und strategisch sinnvoll aufgestellt. Zudem verfügt Shell über eine solide Bilanz und ist mit einem 2026er-KGV von 8 immer noch günstig bewertet. Auch die Dividendenrendite kann sich mit mehr als drei Prozent sehen lassen. Wer bei der Aktie bereits investiert ist, sollte dabeibleiben (Stoppkurs: 31,00 Euro).
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