Die Ölpreise sind gestern Abend noch einmal kräftig angezogen. Mittlerweile kostet ein Barrel der Nordseesorte Brent knapp 107 Dollar. Für ein Fass WTI-Öl müssen nun knapp 102 Dollar auf den Tisch gelegt werden. Vor allem die Lage im Jemen sorgt neben der Eskalation im Iran-Krieg für Nervosität an den Märkten.
Wie jemenitische Militärkreise sowie Augenzeugen berichten, hat die Huthi-Miliz die strategisch bedeutsame Hafenstadt Mokka an der Westküste des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Damit gerät die von Teheran unterstützte Gruppierung noch näher an die Meerenge Bab al-Mandab, einen der zentralen Engpässe für den weltweiten Schiffsverkehr. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen in Islamabad hat Pakistan angesichts der zunehmenden Kämpfe im Jemen den Iran bereits wiederholt dazu aufgerufen, auf die mit ihm verbündeten Huthi mäßigend einzuwirken.
Auch der direkte Konflikt zwischen den USA und dem Iran zeigt keinerlei Anzeichen einer Entspannung. Laut iranischen Medien erklärte Hassan Hassansadeh, Kommandeur der Revolutionsgarden-Bodentruppen im Großraum Teheran, die iranischen Streitkräfte seien bereit für "Blitzoffensiven" zur Verteidigung des Landes: "Heute sind wir bereit, an jedem Punkt des Landes mit hoher Geschwindigkeit präsent zu sein und den Feind, in welcher Lage er sich auch befinden mag, zu vernichten."
Zwar hatte sich der Schlagabtausch zwischen beiden Ländern zuletzt vor allem auf gegenseitigen Beschuss am Persischen Golf rund um den Streit über die Straße von Hormus konzentriert. Allerdings gab es in den vergangenen Monaten immer wieder Spekulationen über eine begrenzte US-Bodenoffensive, etwa zur Einnahme strategisch wichtiger Inseln vor der iranischen Südküste.
Auch am Donnerstag setzte der Preis für europäisches Erdgas seinen Aufwärtstrend fort: Der maßgebliche TTF-Terminkontrakt mit Lieferung in einem Monat kletterte an der Amsterdamer Börse um 2,90 Prozent auf 81,56 Euro und damit weiter über die Marke von 80 Euro je Megawattstunde (MWh). Bereits am Mittwoch hatte der Kontrakt erstmals seit Ende 2022 diese Schwelle überschritten.
Von diesen Entwicklungen profitieren natürlich mehrere breit aufgestellte Energiekonzerne. Richtig gut sieht es aktuell etwa bei TotalEnergies aus. Die Anteilscheine des französischen Konzerns stehen allmählich wieder vor dem Sprung über das bisherige Allzeithoch bei 81,36 Euro. Auch gemessen an der Bewertung hat die Aktie noch reichlich Luft nach oben. So ist die Bewertung mit einem KGV von 8 immer noch günstig. Der breit aufgestellte Konzern verfügt über eine sehr gute Kostenstruktur sowie eine solide Bilanz.
Für den AKTIONÄR bleibt die Aktie von TotalEnergies ein klarer Kauf. Zumal bei den Franzosen eine attraktive Dividendenrendite von vier Prozent lockt. Der Stoppkurs sollte bei 59,00 Euro belassen werden.
Heute, 07:22
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