Das Marktumfeld bleibt für Öl- und Gasproduzenten wie etwa TotalEnergies nach wie vor gut. Denn die Preise verharren auf einem sehr hohen Niveau. Schließlich ist kurz vor Ablauf von Donald Trumps Ultimatum keine Lösung in Sicht. Und Trump bekräftigte seine Drohung, Kraftwerke und Brücken vollständig zu zerstören, sollte Iran die Straße von Hormus nicht bis Mittwoch, 2.00 Uhr MESZ, öffnen.
Aus dem Iran kam prompt Gegenwind: Ein Militärsprecher wies die Aussagen als unbegründete Drohungen zurück und bezeichnete Trump als „wahnhaft“. Ohne eine kurzfristige Einigung droht damit eine weitere Eskalation mit schwer kalkulierbaren Folgen.
Trump erklärte im Weißen Haus, die USA seien in der Lage, zentrale Infrastruktur im Iran innerhalb weniger Stunden auszuschalten. Gleichzeitig betonte er, dass man eine solche Entwicklung vermeiden wolle: "Wir haben einen Plan." In Teheran rief der stellvertretende Sportminister Alireza Rahimi Künstler und Sportler dazu auf, Menschenketten rund um Kraftwerke zu bilden. "Wir werden Hand in Hand stehen, um zu sagen: Angriffe auf öffentliche Infrastruktur sind ein Kriegsverbrechen", schrieb er auf X.
Auch aus der militärischen Führung des Iran kamen scharfe Töne. Der Sprecher der Khatam-al-Anbiya-Kommandozentrale, Ebrahim Zolfaqari, erklärte laut Staatsmedien, Drohungen aus Washington würden die Angriffe auf „amerikanische und zionistische Feinde“ nicht stoppen. Der außenpolitische Berater Ali-Akbar Welajati forderte die arabischen Staaten auf, Einfluss auf die USA zu nehmen und warnte davor, dass die Region sonst destabilisiert werde. Parallel dazu setzt der Iran seine Angriffe auf Golfstaaten mit US-Militärpräsenz fort.
Diplomatische Bemühungen laufen dennoch weiter. Laut pakistanischen Geheimdienstkreisen wurde beiden Seiten ein Vorschlag für eine 45-tägige Waffenruhe unterbreitet, um Verhandlungen zu ermöglichen. Die USA knüpfen eine solche Pause jedoch an die Bedingung, dass der Iran die Straße von Hormus öffnet – was Teheran bislang ablehnt. Solange sich daran nichts ändert, dürften die Energiepreise auf erhöhtem Niveau bleiben, wovon Ölkonzerne wie TotalEnergies weiterhin profitieren.
Die Nervosität an den Märkten bleibt auch in der sechsten Kriegswoche hoch. Starke Kursbewegungen in beide Richtungen sind jederzeit möglich. Die Aktie von TotalEnergies bleibt jedenfalls ein attraktives Investment. Schließlich haben die Franzosen unter den fünf großen westlichen Energieriesen die geringsten Förderkosten und könnten somit selbst bei weitaus niedrigeren Ölpreisen noch satte Gewinne einfahren. Der Stopp kann vorerst noch bei 55,00 Euro belassen werden.
Heute, 07:28