17.04.2019 Benedikt Kaufmann

Intel im Wechselbad der Gefühle – was ist da plötzlich los?

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Trendthema

Intel-Aktionäre hatten gestern einiges auszuhalten. Erst verlor der Chip-Hersteller Apple als wichtigen Kunden für seine Modem-Chips. Dann verkündete Intel das Ende seines Smartphone-Geschäfts. Am Ende steht die Intel-Aktie mit einem Plus von zwei Prozent da – wie kann das sein?

Kompletter Entwicklungs-Stopp nach Einigung im Patentstreit

Nach der Einigung im Patentstreit zwischen Apple und Qualcomm ging es mit der Intel-Aktie am Dienstagabend erst einmal bergab. Beide Konzerne hatten eine langjährige Patentvereinbarung unterzeichnet – Qualcomm ist damit als 5G-Zulieferer für das iPhone wieder gesetzt. Die Modem-Chips die Intel, insbesondere für Apple, entwickelte, sind damit überflüssig.

Wie sehr sich der Chip-Hersteller auf das Geschäft mit dem iPhone-Konzern verlassen hatte, zeigt, was nach der Apple-Ankündigung geschah. Intel kündigte an, die gesamte Entwicklung von Modem-Chips für Smartphones zu stoppen.

„Im Geschäft mit Smartphone-Modems ist deutlich geworden, dass es keinen klaren Weg in Richtung Profitabilität gibt“, sagte Intel-Chef Bob Swan in einem schriftlichen Statement. „Die Firma werde ihre Verpflichtungen gegenüber 4G-Modem-Kunden erfüllen, aber keine weiteren Modem-Chips für 5G entwickeln – darunter fällt auch die für 2020 geplante Produktlinie.“

Chancen im Netzwerk

Mit dem Ende der neuen Produktlinie gibt Intel das offizielle Ende seiner milliardenschweren Bemühungen bekannt, Marktanteile im Smartphone-Geschäft zu gewinnen. Doch die Aktie kann dennoch zulegen. Denn CEO Swan sieht in der neuen Mobilfunktechnologie dennoch Chancen für Intel. Der Konzern will sich bei seinen 5G-Anstrengungen auf die Netzwerk-Infrastruktur konzentrieren – und hier kann Intel dank bereits bestehender Kundenbeziehungen eher punkten.

Dabeibleiben!

Überflüssige Kosten für unsichere Zugewinne von Marktanteilen werden abgestellt. Stattdessen konzentriert sich Intel auf das 5G-Wachstum im bekannten Netzwerk-Gefilde. Das gefällt nicht nur den Aktionären. DER AKTIONÄR meint: Dabeibleiben, denn Intel ist an zahlreichen Wachstumstrends beteiligt.