20.05.2019 Michael Schröder

Infineon Technologies unter Druck: Lieferungen an Huawei wegen US-Druck eingestellt?

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Verliert Infineon Technologies mit Huawei einen wichtigen Kunden? Der Halbleiterkonzern soll Medienberichten zufolge Chip-Lieferungen an den chinesischen Handyhersteller und Netzwerkausrüster ausgesetzt haben. Im Handelskonflikt mit China war Huawei auf eine schwarze Liste der US-Regierung geraten. Die Infineon-Aktie geht auf Tauchstation.

Im Handelskonflikt mit China waren am Freitag US-Maßnahmen in Kraft getreten und Huawei auf eine schwarze Liste der US-Regierung geraten. Wie der Nikkei Asian Review in Berufung auf Kreise schrieb, hat Infineon die Chip-Lieferungen an den Handyhersteller und Netzwerkausrüster daraufhin vorerst eingestellt. Nikkei beruft sich auf mit der Situation vertraute Quellen.

Beugt sich der DAX-Konzern dem steigenden Druck, den die USA auf den chinesischen Huawei-Konzern ausüben? Infineon liefert unter anderem Schaltkreise für die Stromversorgung an Huawei. Dem Vernehmen nach erwirtschaften die Münchner mit Huawei rund 100 Millionen Dollar Umsatz im Jahr.

Zum Vergleich: Im Gesamtjahr will der Konzern beim Umsatz dagegen rund acht Milliarden Euro erzielen.

Ein Infineon-Sprecher wollte sich zunächst nicht äußern. DER AKTIONÄR erwartet im Tagesverlauf aber eine offizielle Stellungnahme – und rät investierten Anleger, trotz der angespannten Situation vorerst Ruhe zu bewahren.

Auch andere Konzerne, darunter Google, sollen Medienberichten zufolge auf die politische Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump reagiert haben.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.