15.11.2019 Michael Schröder

Infineon: Das bemängeln die Pessimisten

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Infineon Technologies
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Nach einem soliden Schlussquartal 2018/19 zeigt sich Infineon-Vorstand Reinhard Ploss beim Ausblick weiter auf das neue Geschäftsjahr zurückhaltend. Gestern hat DER AKTIONÄR eine Reihe von Analysten vorgestellt, die sich deutlich zuversichtlicher zeigen und ihre Einschätzung zum Teil deutlich angehoben haben.Heute sind die Pessimisten an der Reihe. Allen voran die Experten von Barclays, die bei Infineon weiter deutlich Luft nach unten sehen.

"Die weltweit schwache Automobilnachfrage spüren wir deutlich und erwarten vorerst keine Besserung", so der Konzernchef bei der Vorlage der Jahreszahlen 208/19. Eine Erholung erwartet Ploss nicht vor der zweiten Jahreshälfte. Ungeachtet dessen soll Infineon im Geschäftsjahr 2019/20 (per 30. September) weiter wachsen.

Die britische Investmentbank Barclays hat das Kursziel für die Aktie nach den Zahlen zwar von 14,50 auf 15,50 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Underweight" belassen. Die Endmärkte des Chipkonzerns seien weiterhin schwach, eine Erholung sei aber bereits eingepreist, so Analyst Andrew. Das höhere Kursziel begründete der Experte mit der gestiegenen Branchenbewertung.

Die NordLB bleibt ebenfalls bei ihrer Halten-Empfehlung mit einem Kursziel von 18 Euro belassen. Analyst Wolfgang Donie sprach von einem versöhnlichen Jahresabschluss des Chipherstellers. Auch wenn Umsatz und Segmentergebnis überzeugt hätten, habe er beim Konzernergebnis jedoch etwas mehr erwartet, so Donie. Der Ausblick 2020 übertreffe seine bisherigen Prognosen hinsichtlich des Umsatzes, bleibe aber hinter seinen Ergebniserwartungen zurück.

Die DZ Bank hat den fairen Wert von 16,80 auf 18,80 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Halten" belassen. Der Chiphersteller habe sich trotz Nachfragerückgangs gut behauptet, so Analyst Harald Schnitzer. Mit dem Ausblick sei aber insgesamt eine deutliche Stimmungsverbesserung erkennbar.

Infineon Technologies (WKN: 623100)

DER AKTIONÄR bleibt bei seinem Fazit: Die strukturellen Treiber sind weiter intakt und die langfristige Wachstumsperspektive ist unverändert gut sind. Kurzfristig dürfte der Konzern aber weiter den konjunkturellen Gegenwind spüren. Charttechnisch hat sich Bild zuletzt jedoch wieder aufgehellt. Erweist sich der jüngste Kurssprung über die 19-Euro-Marke als nachhaltig, würde ein frisches Kaufsignal mit Ziel 20/21 Euro generiert.