07.06.2019 Marion Schlegel

Infineon-Aktie nach 33-Prozent-Kursrutsch – ist jetzt das Ende erreicht?

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Infineon
Trendthema

Die Aktie von Infineon hat seit Mitte April, als der Wert noch bei 21,62 Euro im Hoch notierte bis zuletzt mehr als 33 Prozent verloren. Selbst das Jahrestief 2018 wurde damit unterschritten. Das Unternehmen wagt den bisher größten Übernahmeversuch in der Unternehmensgeschichte. Die Marktteilnehmer sehen dies jedoch kritisch: „Strategisch absolut sinnvoll, aber (zu) teuer“, so der Tenor auf dem Parkett.

Quelle: Infineon

Doch DER AKTIONÄR ist der Ansicht, dass mittlerweile durchaus für risikobereite Anleger wieder ein interessantes Niveau erreicht ist. Nach der Transaktion peilt der Vorstand ein Umsatzwachstum von neun Prozent, eine Segmentergebnis-Marge von 19 Prozent und eine Investitionsquote von 13 Prozent an. Der Konzern erwartet zudem Kostensynergien von 180 Millionen Euro. DER AKTIONÄR hält an seinem Fazit fest: Winken die US-Aufsichtsbehörden den Deal durch und geht der Plan vom Vorstand auf, dürfte der Konzern mittelfristig operativ profitieren – und die Aktie deutlich höher notieren. Anleger mit Weitblick können das aktuelle Niveau daher zum Auf- oder Ausbau einer Position nutzen – auch wenn man sich dabei zunächst auf eine recht volatile Kursentwicklung einstellen sollte.

74 Millionen für Kooperationsprojekt

Derweil konnte Infineon 74 Millionen Euro von Seiten der EU, den teilnehmenden Staaten, Bundesländern und der Industrie für das Kooperationsprojekt „Power2Power“ einsammeln. Mehr als 40 Partner aus acht Ländern wollen unter der Führung des Chipherstellers Infineon in den nächsten drei Jahren besonders energieeffiziente Leistungshalbleiter erforschen. Am Mittwoch fiel in Dresden der Startschuss für das europäische Kooperationsprojekt. Neben Deutschland sind unter anderem auch Ungarn, Spanien, Finnland und die Slowakei dabei.

Bei weltweit steigendem Energiebedarf soll das Forschungsprojekt einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung von CO2-Emissionen leisten, so Projektleiter Oliver Pyper. Dafür finden sich über Grenzen hinweg Arbeitsgruppen zusammen, tauschen regelmäßig Wissen und Daten aus. Einmal im Jahr wird an Gutachter der EU berichtet. "Am Ende steht die nächste Generation der Leistungselektronik", so Pyper. Nicht ein einzelnes Produkt, sondern ein ganzes Portfolio soll von den Kooperationspartnern entwickelt werden. Im Kern geht es darum, mehr Leistung aus weniger Energie zu ziehen: Die energiesparenden Chips kommen dann etwa in Windkraftanlagen, Waschmaschinen oder Schnellladesäulen für E-Autos zum Einsatz.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

(Mit Material von dpa-AFX)