26.07.2019 Thorsten Küfner

Hitzewelle: Wann wird es eng für BASF und Covestro?

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BASF
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Ganz Deutschland lechzt unter der Hitzewelle – und immer mehr Anleger fragen sich, ob die Chemieproduzenten Covestro und BASF auch 2019 wieder Probleme mit ihrer Rohstoffversorgung bekommen werden. Im Rahmen der jüngsten Quartalskonferenzen verbreiteten die Vorstände der beiden Unternehmen allerdings noch Optimismus.

Aktuell sind die Flussbetten noch ausreichend gefüllt. Laut Jörg Uwe Belz von der Bundesanstalt für Gewässerkunde liegt dies vor allem an dem Eis- und Schneeschmelzwasser aus den Alpen. Dennoch liegt der Pegel bereits jetzt knapp ein Drittel unter dem langjährigen Durchschnitt. Zudem hatte es im Einzugsgebiet des Rheins in den letzten Monaten zu wenig geregnet.

BASF-Chef bleibt gelassen

BASF-Chef Martin Brudermüller bleibt indes trotz der anhaltenden Hitzewelle in Deutschland gelassen und erklärte am Rande der Bekanntgabe der Quartalszahlen: "Wir erwarten in den nächsten Wochen keine kritischen Pegelstände im Rhein." Im vergangenen Jahr litt der DAX-Konzern stark unter dem historischen Niedrigwasser im Rhein, der bedeutendsten Wasserstraße Europas. Letztlich belastete der trockene Sommer (und Herbst) das Konzernergebnis mit mehr als 200 Millionen Euro. Zudem haben die Ludwigshafener verschiedene Maßnahmen getroffen, um in diesem Jahr besser für derartige Probleme gewappnet zu sein.

BASF (WKN: BASF11)

Covestro hat vorgesorgt

Auch Covestro hatte im vergangenen Jahr wegen des Niedrigwassers zum Teil große Probleme, seine Produkte wie auch das Abfallprodukt Natronlauge aus den Werken abzutransportieren. Allerdings fiel der Schaden im Vergleich zu BASF mit 25 bis 50 Millionen Euro noch deutlich geringer aus. Konzernchef Markus Steilemann erklärte: „Wir können nicht ausschließen, dass sich Dürre und Niedrigwasser wiederholen, aber wir haben uns bestmöglich vorbereitet. Auf Dauer sind Rheinschiffe für den Transport großvolumiger Stoffe unverzichtbar, aber kurzfristig kann man auf Straße und Bahn ausweichen.“ Zudem hat der Chemieriese vorgesorgt und hat sich Kesselwagen und Entladestationen gesichert. „Und wir haben größere Salzvorräte angelegt“, fügte Steilemann hinzu.

Covestro (WKN: 606214)

Neben den zahlreichen konjunkturellen Risiken durch den Handelsstreit und den Brexit wäre ein erneut zu niedriger Rheinpegel sozusagen das i-Tüpfelchen auf den ganzen Strauß von Problemen und Herausforderungen, denen sich BASF und Covestro stellen müssen. Aufgrund dessen drängt sich ein Einstieg bei den beiden DAX-Titeln vorerst nicht auf. Wer bei BASF bereits investiert ist beachtet den Stoppkurs bei 54,50 Euro. 

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: BASF.