Auf Chinas Automarkt tobt ein harter Preiskrieg: Hersteller wie BYD und Geely Tesla haben ihre Autos in den vergangenen Jahren mehrmals reduziert. Die deutschen Hersteller gerieten auch dadurch ins Hintertreffen. Doch mit BMW steuert ein Unternehmen nun gegen und überrascht mit Rabatten von bis zu fast 37.000 Euro.
Im chinesischen Automarkt zieht der Preiskampf weiter an. Anfang 2026 setzen Hersteller erneut auf massive Preisnachlässe, um ihre Lagerbestände zu reduzieren und den Absatz hoch zu halten. Auch BMW greift jetzt in den Preisschlacht ein. Der Münchner Konzern hat seine offiziellen Preislisten für 31 Modelle angepasst und damit ein klares Signal an Händler und Kunden gesendet.
Besonders deutlich fällt der Schritt beim elektrischen Topmodell i7 M70L aus. Hier sinkt der empfohlene Preis um bis zu 301.000 Yuan, umgerechnet rund 36.700 Euro. Prozentual am stärksten trifft es den iX1 eDrive25L. Das Modell wird um 24 Prozent günstiger angeboten und startet nun bei 228.000 Yuan. Weitere elektrische Baureihen wurden ebenfalls reduziert, vor allem im Premiumsegment.
Rabatte unter der Hand schon 2025
BMW begründet den Schritt mit regulärem Preismanagement. In der Praxis geht es darum, die offiziellen Preise näher an die realen Transaktionspreise heranzuführen. Viele Fahrzeuge wurden bereits 2025 mit Abschlägen von 15 bis 25 Prozent verkauft. Die neuen Listenpreise sollen den Verhandlungsspielraum der Händler verringern und den Verkaufsdruck mindern. Gleichzeitig bleibt BMW formal über den Produktionskosten und umgeht so regulatorische Risiken, denn Peking will Verkäufe unter Einstand künftig unterbinden.
Im Vergleich zu chinesischen Anbietern agiert BMW dennoch vorsichtiger. BYD, Xiaomi oder Chery gewährten Preisnachlässe von teils mehr als 30 Prozent und kombinieren diese mit zinsfreien Krediten, Tauschprämien und Ausstattungsboni. Ihre Kostenvorteile aus lokaler Fertigung und vertikaler Integration erlauben aggressivere Maßnahmen. BMW kann hier nicht vollständig mithalten. Allerdings müssen die Münchner reagieren, um die ohnehin schon geschrumpften Marktanteile zu halten.
BMW setzt mit Plattform „Neue Klasse“ auf Technologie
Strategisch setzt der Konzern auf mehr als Rabatte. Ab 2026 soll die neue Elektroplattform „Neue Klasse“ die Nachfrage in Fernost stützen. Die Architektur bringt eine neue Batteriegeneration mit bis zu 30 Prozent mehr Reichweite, 800-Volt-Technik für deutlich schnelleres Laden und eine zentralisierte Fahrzeugsoftware. Für China entscheidend ist die lokale Anpassung. Langversionen mit mehr Platz im Fond, chinesische Softwarelösungen und ein großflächiges Panoramadisplay zielen direkt auf die Erwartungen chinesischer Käufer. BMW will so Technik, Komfort und Premiumanspruch verbinden und sich von reinen Preisangeboten absetzen.
BMW senkt die Listenpreise in China deutlich. Große Auswirkungen auf die Margen dürfte der Schritt allerdings nicht haben, schließlich wurden die Rabatte bereits vorher durch Händler gewährt. Vielmehr überwiegt die Hoffnung, dass die fortschrittliche „Neue Klasse“ bei den technologiebegeisterten chinesischen Kunden Anklang findet. Anleger bleiben bei BMW an Bord.
08.01.2026, 17:10