Das sieht richtig gut aus: Dieser Aktie glückte in dieser Woche nicht nur der Sprung auf ein neues Jahreshoch, sondern in Euro gerechnet auch auf den höchsten Stand der letzten zehn Jahre. An der Londoner Heimatbörse fehlen BP noch ein paar Pence, der Trend stimmt aber. Zumal sich der vorläufige Quartalsausblick durchaus sehen lassen kann.
So stellte der Ölkonzern eine deutliche Verbesserung der Bilanz in Aussicht: Die Nettoverschuldung dürfte zum Quartalsende nur noch 13,5 bis 14,5 Milliarden US-Dollar betragen, nach 22,3 Milliarden Ende Juni. Damit läge BP bereits in der Größenordnung seines für Ende 2027 angestrebten Schuldenziels.
Zudem entwickelten sich zwei Geschäftsbereiche besser als im Vorquartal. Die Raffinerie-Indikatormarge sprang im dritten Quartal auf durchschnittlich 46,70 US-Dollar je Barrel, verglichen mit 29,60 Dollar im zweiten Quartal. BP erwartet dadurch einen zusätzlichen Ergebnisbeitrag von 1,9 bis 2,1 Milliarden Dollar im Produktgeschäft. Auch das Gasgeschäft dürfte beim Handel deutlich besser abgeschnitten haben. Diese Aussicht auf höhere Erträge half, die Stimmung vor der vollständigen Quartalsbilanz am 30. Oktober aufzuhellen.
Ganz uneingeschränkt positiv war der Ausblick allerdings nicht. BP rechnet auch mit Belastungen, darunter Wertberichtigungen von 3,0 bis 4,5 Milliarden Dollar sowie einem schwächeren Ergebnis im Kundengeschäft. Der Markt gewichtete zunächst offenbar den Schuldenabbau und die kräftigeren Raffinerie- und Gasbeiträge stärker.
Das Marktumfeld spielt BP weiterhin voll in die Karten, denn derzeit klingelt im Fördergeschäft, bei den Raffinerien und bei den Tankstellen die Kasse. Auch deshalb kann sich das Chartbild derzeit absolut sehen lassen. Wer bei der Dividendenperle investiert ist, kann die Aktie mit einem Stoppkurs bei 5,40 Euro nach wie vor halten.
Heute, 11:12
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