Der DAX dürfte heute mit einem Plus von 0,7 Prozent in den Handel starten. Der Leitindex hatte sich bereits am Donnerstag dem weltweiten Ausverkauf bei Technologiewerten entzogen. Er schloss 0,3 Prozent höher bei 25.383 Punkten. Gestützt wurde er von deutlich gesunkenen US-Renditen und dem geringen Indexgewicht der KI-Profiteure.
Im Mittelpunkt stand erneut die Sorge um die Finanzierung des KI-Ausbaus. Nach überraschend hohen US-Inflationsdaten vom Mittwoch und stärker als erwartet gestiegenen Erzeugerpreisen gerieten Chipwerte weltweit unter Druck. Infineon verlor als schwächster DAX-Wert 5,2 Prozent. Im MDAX brach Aixtron um 12,7 Prozent auf 30,98 Euro ein. Nach Börsenschluss legte der Anlagenbauer vorläufige Zahlen zum dritten Quartal vor: Der Auftragseingang stieg auf rund 275 Millionen Euro, der vom Unternehmen genannte Konsens lag bei 214,6 Millionen Euro. Das EBIT erreichte rund 57 Millionen Euro, die EBIT-Marge rund 31 Prozent. Die Jahresprognose bestätigte Aixtron. Auf Tradegate zog die Aktie am Abend um rund acht Prozent an.
Am Freitag richtet sich der Blick zunächst auf die Eurozone. Um 11:00 Uhr steht die zweite Veröffentlichung der Verbraucherpreise für September an. Erwartet wird eine Bestätigung der Vorabschätzung von 3,8 Prozent nach 3,2 Prozent im August, die Kernrate soll bei 2,5 Prozent liegen. In den USA folgen um 15:15 Uhr Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung, der Konsens sieht ein Plus der Produktion von 0,4 Prozent zum Vormonat.
Von Unternehmensseite legen Schneider Electric und der US-Versicherer Travelers Quartalszahlen vor.
Anleger dürften zudem weiter die Vortagesgewinner und -verlierer im DAX im Blick haben. Gefragt waren am Donnerstag vor allem Scout24, Rheinmetall und Zalando, während Infineon, Hochtief, RWE und Siemens Energy schwach liefen.
Am Ölmarkt blieb die Lage angespannt. Nach Treffern auf zwei Handelsschiffe in der Straße von Hormus drehte Brent am Donnerstag ins Plus und kostete am frühen Abend 106,32 Dollar je Barrel. Gold verteuerte sich um 1,2 Prozent auf 4.155 Dollar je Feinunze. Bitcoin fiel zeitweise auf knapp über 80.000 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Ende September.
An der Wall Street stabilisierten sich die Kurse am Donnerstag. Der Dow Jones gewann 1,1 Prozent auf 52.178 Punkte, der S&P 500 legte 0,3 Prozent auf 7.744 Punkte zu. Der Nasdaq 100 schloss praktisch unverändert bei 29.936 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich 1,8 Prozent verloren hatte. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen sank auf 5,05 Prozent. Nike und Home Depot zogen um 5,2 und 4,3 Prozent an. CoreWeave erholte sich, nachdem Nvidia-Chef Jensen Huang Zweifel an dem Cloud-Anbieter zurückgewiesen hatte. Rocket Lab verlor nach der erneuten Verschiebung der Neutron-Rakete 6,6 Prozent.
In Asien setzte am Freitag eine Gegenbewegung ein. Der Nikkei 225 stieg im frühen Handel um 1,7 Prozent auf 65.539 Punkte und beendete damit eine Serie von sechs Verlusttagen. In Südkorea legte der Kospi nach dem Einbruch um 7,6 Prozent am Vortag um 3,3 Prozent zu. Hang Seng und Shanghai Composite gewannen 1,2 und 1,1 Prozent.
DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtigen Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.
DER AKTIONÄR DAILY Newsletter
Bleiben Sie über die neuesten Entwicklungen bei spannenden Unternehmen und an der Börse auf dem Laufenden. Lesen Sie DER AKTIONÄR DAILY – den täglichen Newsletter von Deutschlands führendem Börsenmagazin. Kostenlos.
Heute, 06:41
Bei Google bevorzugen