Der DAX dürfte heute mit einem Minus von 0,4 Prozent in den Handel starten. Gestern hatte sich der Leitindex trotz unerwartet hoher US-Inflationsdaten ein kleines Plus gesichert. Der Leitindex schloss auf Xetra 0,2 Prozent höher bei 25.299 Punkten, nachdem er im Tagesverlauf zeitweise um 0,8 Prozent zugelegt hatte.
Die Teuerungsdaten wirken über Nacht kräftig nach. Die US-Verbraucherpreise stiegen im September um 3,7 Prozent zum Vorjahr, erwartet worden waren 3,6 Prozent nach 3,4 Prozent im August. Damit flammt die Sorge vor einer weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank Fed wieder auf – und sie trifft vor allem KI- und Chipwerte. In Südkorea brach der Kospi heute früh im Verlauf um 7,7 Prozent ein, Samsung verlor 9,5 Prozent, SK Hynix 11,4 Prozent. Hierzulande hatte Siemens Energy bereits gestern mit einem Minus von 5,4 Prozent das Schlusslicht im DAX gebildet.
Um 14:30 Uhr stehen in den USA die Einzelhandelsumsätze für September an; Volkswirte erwarten ein Plus von 0,4 Prozent zum Vormonat nach 1,2 Prozent im August. Zeitgleich folgen die Erzeugerpreise, für die ein Anstieg um 0,6 Prozent erwartet wird. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, ordnete die Inflationsdaten gelassen ein: „Von klaren Zweitrundeneffekten kann bislang immer noch nicht die Rede sein.“ Ralf Umlauf, Analyst der Helaba, betont dagegen: „Die Zinserhöhungserwartungen bezüglich der Fed werden somit wieder etwas angeheizt.“
Auf Unternehmensseite steht der Chipauftragsfertiger TSMC im Mittelpunkt. Analysten rechnen laut LSEG mit einem Nettogewinn von 746,3 Milliarden Taiwan-Dollar, das entspräche einem Plus von 65,0 Prozent. In den USA berichten BNY Mellon und Abbott, nach Börsenschluss Alcoa und United Airlines.
Anleger dürften zudem weiter die Vortagesgewinner und -verlierer im DAX im Blick haben. Besonders stark performten gestern Rheinmetall, Merck sowie Bayer und Airbus. Die größten Rückgänge verbuchten gestern Siemens Energy, Volkswagen, Zalando, Scout24 und Commerzbank.
Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete 104,27 Dollar und damit 1,7 Prozent weniger als am Vorabend. Belastet wurde der Preis von einem Reuters-Bericht, wonach Washington eine Lockerung der Sanktionen gegen Tanker der sogenannten Schattenflotte erwägt. Gold legte bei fallenden Renditen um 0,9 Prozent auf 4.142,58 Dollar je Feinunze zu. Bitcoin gab um 0,9 Prozent auf 80.842 Dollar nach.
An der Wall Street hatten die Inflationsdaten gestern vor allem Technologiewerte belastet. Der Nasdaq 100 verlor 2,0 Prozent auf 29.951 Punkte, der S&P 500 gab 1,1 Prozent auf 7.719 Punkte nach. Der Dow Jones schloss 0,1 Prozent tiefer bei 51.621 Punkten. Der KI-Rechenzentrumsbetreiber CoreWeave brach um 15,5 Prozent ein, Bank of America verlor nach einer Strafe von mehr als 1,2 Milliarden Dollar 4,8 Prozent.
In Asien setzte sich der Ausverkauf am Donnerstag fort. Der japanische Nikkei 225 fiel im Verlauf um 4,8 Prozent auf 64.489 Punkte; SoftBank brach um 9,4 Prozent ein. Der Hang Seng in Hongkong gab um 1,0 Prozent nach, der Shanghai Composite um 1,4 Prozent. Die TSMC-Aktie verlor vor den Zahlen 2,2 Prozent, auch die US-Futures notierten schwächer.
DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtigen Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.
Heute, 06:43
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