Ausgerechnet Michael Burry. Der Mann, der durch seine Wette gegen den US-Hypothekenmarkt vor der Finanzkrise zur Legende wurde, meldet sich zurück – und setzt auf den einstigen Meme-Liebling GameStop.
In einem am Montag veröffentlichten Substack-Beitrag legte Burry seine Karten offen: Er kaufe GME. Der Grund: Die Bewertung nähere sich dem einfachen materiellen Buchwert (Tangible Book Value). „Ich setze nicht auf einen Short Squeeze, um langfristigen Wert zu realisieren“, stellt der Gründer von Scion Asset Management klar.
Während die Aktie in der Vergangenheit oft losgelöst von fundamentalen Daten handelte, fokussiert sich Burry nun auf die Bilanz. GameStop habe die Phasen der euphorischen Anlegerstimmung genutzt, um Milliarden einzusammeln. Das Resultat ist ein massives Cash-Polster, das nun auf Einsatz wartet.
Die Wette auf Ryan Cohen
Zentraler Pfeiler von Burrys These ist CEO Ryan Cohen. Burry beschreibt das operative Geschäft des Einzelhändlers zwar unverblümt als „crappy business“, lobt aber Cohens Strategie, dieses bestmöglich zu melken („making lemonade out of lemons“). Das Ziel: Warten auf die Gelegenheit, das angesammelte Kapital in ein echtes Wachstumsunternehmen zu investieren.
Auch der jüngste Schwenk des Unternehmens hin zu Bitcoin – ähnlich der Strategie von Strategy – schreckt den Value-Investor nicht ab. „Ich weiß nicht viel über dieses Bitcoin-Ding, aber ich kann nicht gegen das argumentieren, was bisher erreicht wurde“, kommentiert Burry trocken.
Markt reagiert euphorisch
Die Börse feierte den Ritterschlag durch den Star-Investor. Die GameStop-Aktie notiert aktuell knapp acht Prozent höher bei rund 25 Dollar. Die Meldung wird durch Insider-Käufe verstärkt: Erst vergangene Woche hatte Cohen selbst eine Million Aktien erworben, um, wie er in einer SEC-Einreichung betonte.
Das Narrativ wandelt sich. Wenn ein Value-Purist wie Burry einsteigt und betont, er sei bereit, „für die nächsten 50 Jahre” an der Seite des 15 Jahre jüngeren Cohen zu investieren, betrachten manche Anleger und Analysten die Meme-Aktie möglicherweise anders. GameStop ist aktuell keine Empfehlung des AKTIONÄR.
26.01.2026, 20:00