Die Aktie des Spezialchemiekonzerns Evonik hat sich zuletzt in einem anhaltend sehr schwierigen Marktumfeld gut geschlagen. Ausgehend vom Anfang des Jahres markierten Tief bei 12,49 Euro hat der MDAX-Titel seither um mehr als 30 Prozent zulegen können. Dies lag auch daran, dass der Vorstand die Jahresprognose trotz aller Widrigkeiten bestätigt hat.
Indes arbeitet Evonik weiterhin mit Hochdruck daran, clevere Lösungen für die aktuellen Herausforderungen zu finden. Dazu zählt zweifellos, die anhaltend hohen Energiekosten zu reduzieren. Dazu beitragen könnte nun ein innovatives Projekt, welches das Unternehmen nun zusammen mit Uniper vorgestellt hat. So wurde nun eine Hochtemperatur-Wärmepumpe in Betrieb genommen. So schreibt Evonik auf seiner Homepage: "Diese nutzt die industrielle Niedrigtemperatur-Abwärme aus der Chemieproduktion des Standortes Herne und transformiert sie mit einer wegweisenden Technologie auf ein fernwärmetaugliches Temperaturniveau. Uniper hat als Projektpartner Finanzierung, Planung, Installation und Betrieb der Anlage verantwortet und wurde in der Ausführung von Evonik unterstützt. Die Wärmepumpe speist über das Fernwärmeunternehmen Iqony bis zu 1,5 Megawatt Wärme in das Fernwärmenetz ein."
Den Betreibern zufolge könnten dadurch jährlich bis zu 1.750 Tonnen CO₂ pro Jahr in der regionalen Wärmeversorgung eingespart werden. Und auch für Evonik hat das Projekt direkte Vorteile auf der Kostenseite: Denn bisher muss man das aufgeheizte Kühlwasser wieder herunterkühlen, wofür man elektrische Ventilatoren in den Kühltürmen betreiben muss. Der auch für Nachhaltigkeit zuständige Evonik-Personalvorstand Thomas Wessel betonte: „In Herne zeigen wir gemeinsam, was innovative Technologie und partnerschaftliche Zusammenarbeit möglich machen. Evonik und Uniper treiben hier die Defossilierung der Region voran und verdeutlichen, dass nachhaltige Energie, Versorgungssicherheit und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen können.“
Allmählich mehren sich die Hoffnungen, dass der Krieg im Iran zeitnah enden könnte. Dies dürfte zu deutlich niedrigeren Energiekosten bei Evonik & Co führen. Dem zuletzt ohnehin relativ robust gelaufenen Kurs könnte dies weiteren Rückenwind verleihen. Wer bei der Dividendenperle investiert ist, kann dabeibleiben. Der Stoppkurs sollte bei 11,80 Euro belassen werden.
Heute, 11:33