03.04.2020 Thomas Bergmann

EU schaltet sich ein: Müssen die Allianz-Aktionäre auf die Dividende verzichten?

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Allianz

Die Allianz-Aktie zählt in der ersten Handelsstunde zu den größten Verlierern im DAX. Der Grund: Die europäische Aufsicht EIOPA hatte am Donnerstagabend angesichts der Coronakrise gefordert, dass Versicherer und Rückversicherer vorerst keine Dividenden ausschütten sollten. Zudem wurde dazu geraten, von Aktienrückkäufen abzusehen, um die Eigenmittel zu schonen. Für die Aktionäre des Münchner Versicherers wäre das eine bittere Pille. Die BaFin stellt sich allerdings (noch) dagegen.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, lehnt die BaFin im Moment noch ein pauschales Dividendenverbot für Versicherer ab. Damit stellt sich die deutsche Finanzaufsicht gegen eine anderslautende Empfehlung der europäischen Aufsichtsbehörde EIOPA. Ein pauschales Ausschüttungsverbot für Versicherer und Pensionskassen sei derzeit nicht geboten, teilte die BaFin mit. 

"Bei der Dividendenpolitik ist natürlich die individuelle Situation der Versicherer zu berücksichtigen, insbesondere deren Risikotragfähigkeit", erklärte Exekutivdirektor Frank Grund. "Wir stehen diesbezüglich in engem Dialog mit den Unternehmen und erwarten eine überzeugende Begründung, falls sie Dividenden ausschütten wollen." Etwaige Risiken, die sich aus der aktuellen Krisensituation ergeben, seien hierbei angemessen zu berücksichtigen.

Allianz (WKN: 840400)

Allianz SE erklärte auf Nachfrage in der Nacht zum Freitag, sie wolle an Dividenden und Aktienrückkäufen festhalten. Der Versicherer will 9,60 Euro pro Aktie ausschütten, was einer Dividendenrendite von 6,5 Prozent entspricht. Das Aktienrückkaufprogramm hat ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro.

Eine Aussetzung der Dividende wäre für manchen Aktionär ein herber Schlag. Doch andererseits bleibt die Liquidität im Unternehmen, was der Versicherer strategisch sinnvoll für Zukäufe oder Investitionen verwenden kann. Langfristig bleibt die Allianz-Aktie ungeachtet dessen ein Basisinvestment.

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte: