Die eigentlich grundsolide Aktie von E.on geriet am vergangenen Freitag deutlich unter Druck. Der Grund war der Regulierungsentwurf der Bundesnetzagentur. Darin wurde eine Eigenkapitalrendite vorgeschlagen, die deutlich unter den Markterwartungen lag. Sollte man nun das niedrigere Kursniveau der Versorgertitel zum Einstieg nutzen?
Geht es etwa nach der US-Großbank JPMorgan, so ist der jüngste Kursrutsch durchaus eine gute Kaufchance. So bestätigte Analyst Pavan Mahbubani seine Einstufung mit "Overweight" und beließ das Kursziel bei 21,70 Euro. Er analysierte am Freitag, welche Folgen der Festlegungsentwurf der Bundesnetzagentur zur Gasmarktregulierung mit sich bringt. Zwar fiel die vorgeschlagene Eigenkapitalrendite vor Steuern geringer aus als am Markt erwartet, doch identifiziert der Experte im Entwurf mehrere Punkte, die entweder gar nicht auf den Stromsektor übertragbar seien oder dort zumindest Nachbesserungen erforderten. Er stuft die Kursrückgänge, die auf die Nachricht folgten, deshalb als günstige Gelegenheit zum Einstieg in die Papiere des Energieversorgers ein.
Noch mehr Potenzial sehen indes die Analysten von Jefferies: Sie bestätigten das "Buy"-Rating bei einem unveränderten Kursziel von 22,70 Euro. Experte Ahmed Farman untersuchte am selben Tag die Konsequenzen des Festlegungsentwurfs der Regulierungsbehörde für die fünfte Gas-Regulierungsperiode, die von 2028 bis 2032 läuft. Aus seiner Sicht deutet der Entwurf darauf hin, dass die tatsächlich erzielbare Eigenkapitalrendite nach Steuern im Stromsegment von E.on unter seinen bisherigen Prognosen liegen könnte. Diese Entwicklung sei zwar als Belastung zu werten, bleibe für das Unternehmen aber ohne Weiteres verkraftbar.
Der Kursrutsch vom vergangenen Freitag erscheint tatsächlich etwas übertrieben. E.on dürfte seine Gasnetze auch mit dem etwas geringer als erhofften Kapitalkostensatz profitabel betreiben können. Es gibt zwar wahrlich spannendere Aktien als E.on, der DAX-Titel ist aber eine absolut solide Halteposition, die vor allem für risikoscheue Dividendenjäger interessant ist. Der Stoppkurs sollte bei 15,00 Euro belassen werden.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: E.on.
Heute, 10:17
Bei Google bevorzugen