12.02.2015 Florian Söllner

„Dramatische Chance“ für Apple-Aktie: Tim Cook und Carl Icahn sorgen für Rekordhoch

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DAX

Lange Zeit hatte sich Hedgefonds-Investor Carl Icahn über Tim Cook geärgert. Der Steve-Jobs-Nachfolger wollte zunächst keinen kurstreibenden Aktienrückkauf durchführen. Schließlich gab der Apple-Chef zur Freude von Icahn nach. Und die guten Nachrichten für Apple-Aktionäre nehmen kein Ende. Tim Cook sagte nun auf einer Investorenkonferenz, dass Apple seiner Meinung nach überschüssiges Cash an seine Aktionäre zurückgeben sollte.

Noch mehr Gewinn
Carl Icahn zeigt sich in einem neuen offenen Brief überzeugt, dass das die richtige Entscheidung ist, zumal die Aktie aus seiner Sicht weiterhin extrem unterbewertet ist. Seine EPS-Schätzung für das laufende Jahr hat Icahn von 9,60 US-Dollar auf 9,70 US-Dollar angehoben. 2016 und 2017 soll es mit einem 20-prozentigem Gewinnwachstum weitergehen.


DER AKTIONÄR zu Apple im neuen DAF-Interview:

 


Das laufende KGV sieht Icahn bei 10, während der S&P im Schnitt ein 17er-KGV erzielt. Der Apple-Großaktionär: „Wir glauben, dass diese Diskrepanz total irrational ist.“ Icahn betrachtet ein KGV von 20 als fair, was gemeinsam mit 22 US-Dollar Cash pro Aktie zu einem angemessenen Kurs von 216 US-Dollar führe. Es könnte noch besser kommen: „Wenn Apple ein TV-Gerät einführt, wird das Gewinnwachstum im Jahr 2016 sogar 31 Prozent betragen“.


Icahn weiter: “Es ist offensichtlich, dass sich die Innovationskraft von Apple fortsetzt und Android Marktanteile abnimmt. (…) Wir freuen uns auf die Vorstellung der Apple Watch im April sowie die Vorstellung anderer neuer Produkte in neuen Kategorien.“ Unterm Strich sieht er weiterhin eine „dramatische Anomalie“ und „bemerkenswerte Chancen“ in der Apple-Aktie.

Icahn hatte bereits im Herbst 2014 einen offenen Brief an Tim Cook geschrieben und mit seiner sehr bullishen Einschätzung recht behalten.

Hohes Momentum

Charttechnisch hat Apple ein neues Hoch und Kaufsignal generiert. Die Aktie bleibt ein Kauf. Zumal das neue iPhone auch im laufenden Quartal noch einmal für operativen Rückenwind sorgen sollte.

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