02.04.2019 Marion Schlegel

Dividendenliebling Roche: Ärger bei der geplanten Übernahme von Spark Therapeutics – was macht die Aktie?

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Roche
Trendthema

Bei der geplanten Übernahme von Spark Therapeutics durch Roche kommt Gegenwind auf. Mehrere Aktionäre des US-Spezialisten für Gentherapie haben an einem Gericht in Delaware Klage gegen die eigene Firmenspitze eingereicht. Spark Therapeutics wird vorgeworfen, wichtige Informationen vorenthalten zu haben. Das Management von Spark Therapeutics hatte seinen Aktionären im Rahmen der Übernahmeofferte von Roche Ende Februar empfohlen, das Angebot von 114,50 US-Dollar je Anteilsschein anzunehmen. Die Transaktion hätte ein Volumen von rund 4,8 Milliarden Dollar. Das Angebot an die Aktionäre läuft noch bis 3. April.

Die Kläger bemängeln, dass es nicht nachvollziehbar sei, ob der angebotene Übernahmepreis auch fair ist. Gemäß US-Recht sei Spark allerdings dazu verpflichtet, eine entsprechende Begründung im Empfehlungsschreiben anzugeben, inwiefern das Angebot von Roche das eigene Unternehmen korrekt bewertet. Zudem kritisieren die Kläger, dass Spark in seinem Schreiben teilweise unvollständige oder auch irreführende Informationen zu Themen wie etwa den Finanzprognosen gemacht habe. Gefordert wird nun, diese offenzulegen. Spark sieht die Vorwürfe allerdings als unbegründet und will sich dagegen wehren.

Roche will mit der Milliardenübernahme sein Geschäft mit Medikamenten gegen die Bluterkrankheit stärken. Hier dürfte sicherlich die sich in der Entwicklung befindende Gentherapie gegen Hämophilie A von großem Interesse sein. Damit könnten die Schweizer das Portfolio rund um das zugelassene Medikament Hemlibra ausbauen. Spark Therapeutics hat aber auch auf der Zulassungsseite bereits von sich Reden gemacht. Mit der Zulassung von Luxturna (gegen die RPE-65-vermittelte vererbte Netzhautdystrophie) gelang der Biotech-Gesellschaft die erste Zulassung einer Gentherapie mit einem AAV-Vektor überhaupt.

Die Aktie von Spark zeigt sich davon wie auch die Aktie von Roche unbeeindruckt. Die Marktteilnehmer rechnen wohl damit, dass der Deal wie geplant durchgehen wird. Roche notiert nahe dem Anfang März bei 280,55 Schweizer Franken markierten 3-Jahreshoch. Seit der Empfehlung des AKTIONÄR im Mai vergangenen Jahres liegt das Papier mittlerweile 29 Prozent in Front. Anleger lassen die Gewinne weiter laufen. Zuletzt haben die Schweizer eine Reihe von Pipeline-Erfolgen feiern können. Hier ist im laufenden Jahr noch einiges zu erwarten. Hochinteressant außerdem: die hohe Dividendenrendite von derzeit 3,2 Prozent.