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05.07.2016 Andreas Deutsch

Deutsche Bank und Commerzbank: Aktien fahren Achterbahn - wann kehrt endlich Ruhe ein?

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Commerzbank

Die Lage der italienischen Banken ist ernst. 360 Milliarden Euro an faulen Krediten schlummern in den Bilanzen. Das Vertrauen der Anleger hat stark gelitten. Die ganze Branche steht unter Feuer.

Italiens Premier Matteo Renzi hat ein Problem: Die Banken in seinem Land sind schwer angeschlagen, aber er hat bislang noch keine Idee, wie er sie retten kann. Die Banken bräuchten dringend frisches Kapital, aber die Investoren geben nichts. Renzi will am liebsten die EU-Regeln brechen und die Banken mit Steuermilliarden unterstützen. Damit würde sich Renzi den Zorn der Europäischen Union auf sich ziehen.

Aber etwas muss passieren, denn die Lage ist ernst. Das Vertrauen der Anleger sinkt immer weiter. Die Investoren befürchten eine neue Finanzkrise – und vielleicht sogar das Ende des Euro.

So weit kann es nämlich kommen, wenn Renzi in der Bankenkrise scheitert. Einflussreiche, konservative Kreise in Italien sähen das Land so schnell wie möglich als Ex-Euroland. Dann würde folgendes passieren: Die italienische Notenbank würde den Banken die faulen Kredite abnehmen und mit einer gefühlt endlosen Laufzeit versehen. Die Gläubiger wären die Dummen. Zudem würde die neue italienische Währung stark abwerten, wovon der Export stark profitierte und Italiens Wirtschaft endlich in die Gänge käme.

Es gibt zwei Möglichkeiten

Einen Austritt Italiens aus der Eurozone ist freilich das Letzte, das Angela Merkel, Mario Draghi & Co wollen. Und eine Finanzkrise will auch niemand. Also wird man entweder die EU-Bankenregeln aufweichen, so dass Renzi den Banken Steuermilliarden geben darf. Oder EZB-Chef Draghi kauft den italienischen Banken einen Großteil der faulen Kredite ab. Eines von beiden wird passieren, sonst wird die Lage irgendwann wieder sehr ernst.

Chance für Mutige

Ein Blick auf die Aktienkurse der Banken zeigt: Der Markt erwartet eine neue Finanzkrise. Wenn klar wird, wie die Politik die Krise verhindern will, wenn das Konzept einleuchtend ist, dürfte sich das Sentiment schlagartig verbessern. Für Mutige ergibt sich das damit eine Kaufchance. Attraktiv ist die Commerzbank, die mit dem 0,3-Fachen des Buchwerts bewertet wird.

Buchtipp: Die Geschichten des Geldes

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart. Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts. Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.

Autoren: Vaupel, Michael Kaul, Vivek
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 15.04.2016
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-327-0