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01.02.2022 Fabian Strebin

DWS: Schwere Vorwürfe gegen CEO

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DWS Group

Asoka Wöhrmann hat es geschafft, die DWS Group in die Spur zu bringen. Die Kosten wurden gesenkt und die Zahlen für 2021 waren mehr als überzeugend. Nun ist Wöhrmann allerdings ins Visier der Behörden geraten. Es geht dabei um verschiedene Sachverhalte. Das kommt zur Unzeit, da sich die Aktie gerade erst von Greenwashing-Vorwürfen erholt.

Die Financial Times hatte zuerst darüber berichtet, dass DWS-CEO Asoka Wöhrmann sein privates Emailkonto auch für geschäftliche Vorgänge genutzt haben soll. Die EZB soll laut einem Medienberichten von Reuters nun die Unternehmensführung unter die Lupe nehmen und prüfen, ob gegen Corporate-Governance-Bestimmungen verstoßen wurde. Für Wöhrmann selbst könnte das aber noch das kleinere Problem sein.

Was steckt dahinter?

Denn die Staatsanwaltschaft untersucht die Beziehung von Wöhrmann zu dem Geschäftsmann Daniel Wruck, der Verbindungen zu Firmen hat, in die die DWS Group und die Deutsche Bank investiert haben. Das berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen laut der Nachrichtenagentur Bloomberg. In Verbindung mit dem Bundeskriminalamt gehe die Staatsanwaltschaft der Frage nach, ob Wöhrmanns persönliche Beziehungen zu Daniel Wruck wirtschaftliche Entscheidungen unangemessen beeinflusst hätten, so die Personen.

Auto1 im Fokus

Dabei geht es anscheinend um die Rolle, die Wöhrmann spielte, als die Deutsche Bank im Jahr 2018 in das Start-up Auto1 Fintech investierte, und beim Anteilskauf an zwei Töchtern der Arabesque Group durch die DWS. Eine der Personen sagte, dass sich die Untersuchung in einem frühen Stadium befinde und das Ergebnis offen sei. Es ist nicht klar, ob dabei ein formelles Ermittlungsverfahren gegen Wöhrmann oder Wruck anhängig ist.

Anschuldigungen zurückgewiesen

Die DWS Group schreibt in einer Erklärung: „Asoka Wöhrmann weist die Anschuldigungen und Unterstellungen, die durch selektive und irreführende Leaks verbreitet werden, entschieden zurück. Obwohl uns keine laufenden Ermittlungen bekannt sind, würde Herr Wöhrmann gerne auf jede mögliche Untersuchung reagieren und mit ihr kooperieren.“ Wruck ließ über einen Sprecher zudem mitteilen, dass er nichts von einer Untersuchung wisse und lehnte einen weiteren Kommentar ab. Ein Sprecher der Deutschen Bank lehnte eine Stellungnahme ebenso ab wie ein Vertreter der Staatsanwaltschaft.

DWS Group (WKN: DWS100)

Die DWS Group bekam für die operative Entwicklung zuletzt viel Lob von Analysten, der Kurs hatte sich von den Greenwashung-Vorwürfen vom letzten August aber noch nicht erholt. Ob an den Vorwürfen etwas dran ist, muss sich zeigen. Anleger sollten aufgrund der nun wohl weiter zunehmenden Volatilität aber vorerst von einem Neueinstieg absehen.

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