Der deutsche Aktienmarkt hat einen schwarzen Handelstag hinter sich. Ein massiver Kursrutsch beim Schwergewicht SAP und wachsende geopolitische Spannungen belasteten das Parkett in Frankfurt schwer. Am Ende verlor der Dax 2,07 Prozent und schloss bei 24.309,46 Punkten.
Die Hauptlast trug der Softwarekonzern SAP. Das Papier brach um gut 16 Prozent ein und markierte den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Der Grund: Die Walldorfer enttäuschten im wichtigen Wachstumsfeld Cloud-Software. Das Neugeschäft blieb Ende 2025 hinter den Erwartungen zurück. Auch das Versprechen, bis zu 10 Milliarden Euro in Aktienrückkäufe zu stecken, verpuffte wirkungslos. Da SAP eine enorme Gewichtung im Leitindex hat, war die Aktie allein für fast die Hälfte des gesamten Dax-Verlustes verantwortlich.
Trotz der trüben Gesamtstimmung gab es vereinzelte Lichtblicke im Finanzsektor. Die Fondstochter DWS lieferte eine positive Überraschung und sprang um gut 10 Prozent auf ein Rekordhoch. Starke Zahlen und die Aussicht auf eine Sonderdividende im Jahr 2027 lockten die Käufer an. Auch die Muttergesellschaft Deutsche Bank glänzte mit einem Rekordergebnis vor Steuern von 9,7 Milliarden Euro für das Jahr 2025. Im schwachen Marktumfeld gab die Aktie dennoch leicht um 1,3 Prozent nach, da Anleger nach der jüngsten Rally Gewinne mitnahmen.
An der Dax-Spitze konnte sich Siemens dem Negativtrend entziehen. Das Papier gewann 2 Prozent hinzu und näherte sich seinem Rekordhoch. Marktteilnehmer werteten den starken Auftragseingang beim Konkurrenten ABB als positives Signal für die Auftragslage der Münchener. Parallel dazu setzte die Kupferhütte Aurubis ihre Rekordjagd fort. Gestützt durch die Rally am Kupfermarkt gewannen die Anteile 2,6 Prozent.
Weniger Glück hatten die Aktionäre von Nemetschek. Der Bausoftware-Spezialist verlor im Sog der schwachen SAP-Vorgaben 3,6 Prozent. Entsprechend litten fast alle europäischen Software-Werte unter der Stimmungseintrübung in der Branche.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 18:03