15.01.2019 Fabian Strebin

Deutsche Bank: Experten winken ab

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Deutsche Bank
Trendthema

Immer wieder kursieren Gerüchte um einen Zusammenschluss von Deutscher Bank und Commerzbank. Erst am letzten Wochenende gab es wieder neue Medienberichte. Das Analysehaus Independent Research befasst sich in einer aktuellen Studie mit einer möglichen Fusion und kommt zu wenig positiven Ergebnissen

Laut Medienberichten haben sich die Chefs der beiden Banken, Sewing und Zielke, in den vergangenen Monaten regelmäßig getroffen. Offizielle Verhandlungen zwischen den Häusern gibt es aber nicht. Intensiver Kontakt bestand auch zwischen der Deutschen Bank und dem Bundesfinanzministerium. Der Bund hält noch 15,6 Prozent an der Commerzbank.

Keine gute Idee

Independent Research hält eine Fusion der beiden Institute bis auf Weiteres für unwahrscheinlich. Analyst Markus Rießelmann kann sich zwar Szenarien vorstellen unter denen eine „Deutsche Commerzbank“ durch Hebung von Kostensynergien ihre Kapitalkosten verdient. Er erwartet aber durch eine Fusion eine Lähmung der neuen Bank auf Jahre hinaus. Eine Kapitalerhöhung, die auf Grund notwendiger Restrukturierungskosten unausweichlich wäre, dürfte bei Investoren auf wenig Gegenliebe stoßen.

Schlechtes Omen

Wahrscheinlicher wäre eine Fusion, wenn auch unter Deutsche-Bank-CEO Sewing ein Turnaround im Investmentbanking nicht gelingt. Rießelmann rechnet für die Zahlen am 1. Februar noch nicht mit einer solchen Trendwende. Tatsächlich hat die Citigroup zum Auftakt der Bilanzsaison in den USA einen gemischten Start hingelegt. Zwar konnte der Gewinn deutlich gesteigert werden. Das schwache Abschneiden im Anleihehandel lässt allerdings Befürchtungen aufkommen, dass die Deutsche Bank ebenfalls Geschäft eingebüßt hat. Denn traditionell dienen die Ergebnisse der US-Banken als Indikator für die Abschlüsse der deutschen Banken.

Rießelmann hat sein Kursziel von 8,50 auf 7,00 Euro gesenkt und rät die Aktien der Deutschen Bank zu verkaufen.

Finger weg

Die jüngsten Fusionsgerüchte helfen der Deutschen Bank nicht wirklich. Trotz Zugewinnen befindet sich die Aktie im Abwärtstrend. DER AKTIONÄR rät von einem Engagement bei den Aktien ab.