Der DAX geht mit Rückenwind, aber ohne Begleitung in die neue Woche. Am Freitag schloss der deutsche Leitindex 0,2 Prozent höher bei 26.046 Punkten und behauptete damit die Marke von 26.000 Zählern, obwohl der US-Arbeitsmarktbericht die Zinssorgen zurückgebracht hatte. Es war der zweite Gewinntag in Folge, getragen vom Autosektor.
Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von rund zwei Prozent, und zum Rekordhoch von 26.618 Punkten aus der Vorwoche fehlen gut 570 Punkte. IG Broker erwartet den DAX zum Handelsauftakt knapp 0,2 Prozent leichter bei 26.000 Punkten.
Im Nahen Osten hat sich der Konflikt auf die Öltransporte verlagert: Das US-Regionalkommando Centcom setzte nach eigenen Angaben im Persischen Golf und im Golf von Oman drei iranische Öltanker außer Gefecht, zwei davon dauerhaft, ein unbeladenes Schiff wurde zerstört. Vorausgegangen war nach amerikanischer Darstellung ein Angriff der Revolutionsgarden mit ballistischen Raketen auf US-Kriegsschiffe. Die Folgen sind an der Straße von Hormus unmittelbar messbar. Am Samstag passierten dort nur fünf Rohstoffschiffe, am Wochenende zuvor waren es 31. Am Sonntag erklärte Teheran, ein unbemanntes amerikanisches Schiff getroffen zu haben, und drohte mit ausgeweiteten Angriffen auf US-Seestreitkräfte.
Marktexperte Ralf Umlauf von der Helaba bescheinigte den USA nach dem Freitagsbericht einen „soliden Arbeitsmarkt“. Bradford Smith, Portfoliomanager bei Janus Henderson Investors, verweist dagegen auf die hohe Schwankungsbreite dieser Statistik, die einen Zinsschritt im September nur leicht wahrscheinlicher mache.
Indes billigte der Volkswagen-Aufsichtsrat am Freitag den größten Umbau der Konzerngeschichte seit 89 Jahren: 50.000 weitere Stellen fallen bis 2030 weg, für vier deutsche Werke werden Alternativen gesucht, und der Einfluss des Aufsichtsrats auf Schlüsselentscheidungen wird zurückgeschnitten – dort halten Gewerkschaften und Niedersachsen die Mehrheit.
Anleger dürften zudem weiter die Vortagesgewinner und -Verlierer im DAX im Blick haben. VW konnte um fast sieben Prozent zulegen. Auch die Porsche Automobil Holding, Zalando und Infineon präsentierten sich in starker Verfassung. Deutlich abgeben musste hingegen die Aktie von Rheinmetall.
Am Rohstoffmarkt bleibt der Ölpreis das bestimmende Thema. Brent schloss am Freitag bei 96,28 Dollar je Barrel und damit auf dem höchsten Stand seit Ende Juli; am Montagmorgen notiert die Nordseesorte rund 0,8 Prozent fester. Gold liegt bei etwa 4.429 Dollar je Feinunze, nachdem der starke Jobbericht die Notierung gebremst hatte. Der Euro kostet 1,1614 Dollar, Bitcoin steht bei rund 68.900 Euro.
In den USA hatten die Indizes am Freitag nachgegeben. Der Dow Jones verlor 0,5 Prozent auf 53.414 Punkte, der S&P 500 fiel 0,4 Prozent auf 7.719 Zähler, der Nasdaq Composite gab 0,3 Prozent auf 26.507 Punkte ab; einzig der Russell 2000 schloss 0,2 Prozent fester. Auslöser war der Arbeitsmarktbericht für August: 162.000 neue Stellen gegen eine Konsensschätzung von rund 53.000, die Arbeitslosenquote blieb bei 4,1 Prozent, die Sommermonate wurden um zusammen 55.000 Stellen nach oben revidiert. Der Terminmarkt preist eine Zinserhöhung in gut zwei Wochen nun mit rund 58 Prozent ein, nach 49,4 Prozent am Vortag; die zweijährige US-Rendite erreichte den höchsten Stand seit Januar 2025. Am Montag bleibt die Wall Street zum Labor Day geschlossen – dem deutschen Markt fehlt damit am Nachmittag der Taktgeber.
In Asien zeigen sich die Märkte am Montag uneinheitlich. Südkorea legt um 3,1 Prozent zu, Taiwan gewinnt 1,7 Prozent, der australische S&P/ASX 200 notiert leicht fester über der Marke von 9.000 Punkten. China, Hongkong, Singapur und Neuseeland geben dagegen zwischen 0,1 und 0,9 Prozent nach. Belastend wirken die steigenden Ölpreise und die Meldungen vom Wochenende, stützend die Technologiewerte.
DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtigen Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.
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