Der DAX hat am Freitag seine Stabilisierung fortgesetzt. Lange unentschlossen ging der deutsche Leitindex letztlich 0,2 Prozent höher bei 26.046,40 Punkten aus dem Handel. Auf Wochensicht blieb angesichts der vorangegangenen Korrektur seit dem Rekordhoch jedoch ein Minus von rund zwei Prozent.
Der MDAX der mittelgroßen Unternehmen gewann 0,3 Prozent auf 32.355,32 Punkte. Der mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht lieferte ein gemischtes Signal für die Geldpolitik. Im August wurden in den Vereinigten Staaten deutlich mehr neue Stellen geschaffen als prognostiziert. Zudem wurde der Beschäftigungszuwachs für Juli nach oben revidiert. Die Arbeitslosenquote blieb wie erwartet unverändert, während der Anstieg der Stundenlöhne gegenüber dem Vormonat den Prognosen entsprach.
Der Bericht könnte die Erwartungen an eine Leitzinserhöhung der US-Notenbank Mitte September wieder beleben. Für den anstehenden Zinsentscheid dürften die in der kommenden Woche erwarteten Inflationsdaten allerdings noch wichtiger sein.
Unterstützung erhielten die Aktienmärkte zudem von den Ölpreisen. Diese hatten den DAX in den vergangenen Tagen belastet, stabilisierten sich nun aber auf hohem Niveau. Dahinter steckt die wieder gestiegene Hoffnung, dass der Konflikt im Iran zeitlich begrenzt bleibt.
Unter den Einzelwerten war Volkswagen das klar dominierende Thema – und der mit Abstand größte Tagesgewinner im DAX. Die Aktie des krisengeplagten Autobauers gewann 6,5 Prozent. Der Aufsichtsrat hatte am Vorabend nach wochenlangen Auseinandersetzungen überraschend einstimmig weite Teile des Sanierungskonzepts des Vorstands gebilligt.
Die Aktien des Großaktionärs Porsche waren zunächst auch stark gefragt, schlossen am Ende aber leicht im Minus. Auch bis zum Schluss auf der Gewinnerseite waren Halbleiterwerte zu finden. Infineon legten im DAX etwa um 2,4 Prozent zu.
Im MDAX gewannen Süss Microtec, Siltronic und Elmos bis zu 6,1 Prozent. Die Titel folgten damit der positiven Entwicklung der Technologiebranche in Asien. Bei Süss Microtec kam zudem ein positiver Analystenkommentar von Warburg hinzu.
Analystenkommentare bewegten auch Continental. Eine Hochstufung durch die Investmentbank Oddo BHF ließ die Aktie um 1,9 Prozent steigen. Continental sei inzwischen keine Umbaustory mehr, sondern ein reiner Reifenkonzern mit einer im Branchenvergleich herausragenden Profitabilität, begründete Analyst Michael Foundoukidis die Neubewertung.
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