Der DAX hat den Donnerstag mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 26.003 Punkten beendet und damit eine dreitägige Verluststrecke gestoppt. Am vergangenen Freitag hatte er bei 26.618 Punkten eine Höchstmarke erreicht, danach ging es um mehr als 700 Punkte abwärts. Der MDAX erholte sich um 0,9 Prozent auf 32.257 Punkte.
Der Broker IG geht zwei Stunden vor Handelsstart davon aus, dass der deutsche Leitindex mit 26.035 Punkten und damit einem leichten Plus von 0,1 Prozent in den Handel starten wird.
Auftrieb kam am Nachmittag aus Washington. Fed-Gouverneur Christopher Waller erklärte, er neige dazu, den Leitzins auf der Sitzung am 16. September in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent zu belassen – sofern sich die Inflationsdaten bis dahin in die richtige Richtung entwickeln. Am US-Geldmarkt gingen die Erwartungen an eine Zinserhöhung daraufhin zurück, was zugleich den Renditeanstieg am Anleihemarkt bremste.
Der Tag steht um 14:30 Uhr im Zeichen des US-Arbeitsmarktberichts für August. Vorsichtiger als der Konsens ist Andrew Hollenhorst, Chefvolkswirt für die USA bei der Citigroup: Er rechnet mit lediglich 20.000 neuen Stellen und einem Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4,2 Prozent, hält solche Werte aber für stabil genug, um keine breitere Sorge auszulösen. In Berlin startet zudem die Elektronikmesse IFA 2026.
Anleger dürften zudem weiter die Vortagesgewinner im DAX im Blick haben. An der Spitze standen zum Xetra-Schluss Volkswagen mit plus 3,6 Prozent nach einem Bericht der Wirtschaftswoche über mögliche Beteiligungsverkäufe, dahinter SAP mit plus 2,3 Prozent im Sog euphorisch aufgenommener Prognosen des US-Cloudanbieters Snowflake sowie Deutsche Telekom mit plus 1,1 Prozent, nachdem Bloomberg über einen Einstieg des aktivistischen Investors Elliott berichtet hatte.
Die größten Verlierer waren gestern Rheinmetall, Qiagen und FMC. Der Dialyse-Spezialist verbleibt indes nun doch im DAX, damit verpasst die Lufthansa den Aufstieg. Im MDAX ersetzt Ströer in Zukunft Hugo Boss.
Indes betonte Siemens-Energy-Chef Christian Bruch, dass die Energie-Infrastruktur in Deutschland stärker angegriffen als in anderen Ländern wird. So erklärte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: "Wir müssen anerkennen, dass kritische Infrastruktur nicht vollumfänglich geschützt werden kann. Aus meiner Sicht hat die Bedrohungslage über die letzten 12 bis 18 Monate deutlich zugenommen."
Am Rohstoffmarkt bleibt Öl der Bremsklotz. Der Preis kletterte auf das höchste Niveau seit Anfang Juni, Brent notierte bei rund 96 Dollar. Gold zog um 2,0 Prozent auf 4.474 Dollar an, der Euro stand bei 1,1628 Dollar. Bitcoin legte mehr als fünf Prozent zu.
An der Wall Street schloss der Dow Jones Industrial 1,2 Prozent höher bei 53.686 Punkten, der S&P 500 gewann 1,1 Prozent auf 7.748 Zähler, der Nasdaq Composite 1,4 Prozent auf 26.584 Punkte. Snowflake sprang nach starken Quartalszahlen um mehr als 20 Prozent, Broadcom verlor vier Prozent nach einer enttäuschenden Umsatzprognose. Nachbörslich brach Lululemon Athletica um 18 Prozent ein.
In Asien ging es am Freitagmorgen aufwärts: Der Nikkei 225 gewann 0,7 Prozent, Südkoreas Kospi 1,1 Prozent, der Hang Seng 1,9 Prozent und der CSI 300 0,9 Prozent, während der australische S&P/ASX 200 kaum verändert notierte. Aus Japan kamen schwache Daten: Die Haushaltsausgaben sanken im Juli um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, den achten Monat in Folge.
DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtigen Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.
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